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Verbandsgebiet des Wasser- und Bodenverbands Obere Warnow Wasserpest setzt vielen Bächen zu

Von Roswitha Spöhr | 04.08.2011, 10:12 Uhr

Seit dem 15. Juli wird wieder gekrautet. Doch in diesem Jahr bereitet die Wasserpest, eine sich im Wasser wie ein Teppich ausbildende Pflanze, zusätzlich Arbeit.

Auf 450 Kilometern erstreckt sich der Wasserlauf im Verbandsgebiet des Wasser- und Bodenverbands Obere Warnow. "Wir sind zuständig für Gewässer von Poischendorf bei Neukloster/Glaisin bis nach Crivitz und vom Schweriner See bis kurz vor Sternberg", umreist Fred Doradzillo, Verbandsingenieur.

Seit dem 15. Juli wird wieder gekrautet. Doch in diesem Jahr bereitet die Wasserpest, eine sich im Wasser wie ein Teppich ausbildende Pflanze, zusätzlich Arbeit. Durch die Verkrautung kann das Wasser nicht ungehindert fließen. Unübersehbar ist dies beispielsweise im Brüeler Bach. Bevor der Bagger mit dem Krauten im Stadtgebiet beginnen kann, setzt der Wasser- und Bodenverband in einem anderen Bereich des Gewässers ein Mähboot ein.

"Durch das Mähboot mit Mähbalken erreichen wir eine freie Sohle und das Wasser kann wieder fließen", sagt Doradzillo. Die motorgetriebene Sense holt über der Sohle das Grün vom Stengel. Ein zweites, ein vertikales Mähwerk, durchtrennt den dichten Teppich von Wasserpflanzen. Das Mähgut wird anders als beim Baggern, wo die Masse immer schaufelweise am Ufer abgelegt wird, umweltgerecht entsorgt.

In der vergangenen Woche war das Mähboot in der Warnow und im Brüeler Bach, bis zum dortigen alten Bahnübergang, im Einsatz. Auch im Zahrensdorfer Bach, der ebenfalls in den Brüeler Bach mündet, muss das Mähboot eingesetzt werden, kündigt der Verbandsingenieur an.

"Der Naturschutz propagiert die naturnahe Gewässerunterhaltung. Wir haben im vergangenen Jahr in der Warnow schon einmal durch den Einsatz des Mähbootes nur einen Mittelstreifen als Fahrrinne freigehalten und dies jetzt wiederholt. Wir sind dabei bei dieser Art der Unterhaltung Erfahrungen zu sammeln und werden uns den Fluss deshalb auch genau ansehen", sagt Andrea Döring, Geschäftsführerin des Wasser- und Bodenverbandes Obere Warnow. Nach gleicher Methode soll in der Warnow bis zum Barniner See und in der Göwe bei Müsselmow vorgegangen werden, sagt sie.

Bis zum 30. November 2011 soll die Krautung der Gewässer im Verbandsgebiet abgeschlossen sein. Den Brüeler Bach betreffend, wird im Stadtgebiet dabei auch der Bagger zum Einsatz kommen.