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Flugausfälle und Verspätungen Warnstreiks an Berliner Flughäfen beendet

Von dpa | 07.01.2019, 10:53 Uhr

Die Warnstreiks an den Berliner Flughafen Schönefeld und Tegel führten zu Flugausfällen und Verspätungen.

An den Berliner Flughäfen ist am Montagmorgen der Warnstreik der Sicherheitsmitarbeiter kurz vor 9 Uhr zu Ende gegangen. "Der Warnstreik war gut organisiert, und wir sind zufrieden mit dem Ablauf", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi.

Ab 5 Uhr hatten Sicherheitsleute in Tegel und Schönefeld ihre Arbeit für rund vier Stunden niedergelegt. Nach Angaben eines Flughafensprechers wurden an beiden Airports deshalb knapp 50 Verbindungen gestrichen. In Schönefeld wurden zudem rund 25 Flüge auf die Zeit nach dem Warnstreik verschoben.

In Schönefeld wurden alle Abfertigungen geschlossen, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Zahlreiche Flüge wurden laut der An- und Abflugpläne der beiden Airports gestrichen, viele andere hatten mehrstündige Verspätungen. In Tegel und Schönefeld waren mehr als 300 Sicherheitsmitarbeiter in Streik getreten, so der Gewerkschafter.

In Schönefeld sollte laut aktuellem Flugplan um 7.17 Uhr die erste Maschine ankommen und um 10 Uhr sollten die ersten Flugzeuge starten. In Tegel war für 6.30 der erste Abflug angekündigt und für 7.15 die erste Ankunft.

Die Lufthansa kündigte an, dass ab Tegel acht Verbindungen ausfallen müssten – je vier nach Frankfurt und nach München. In Schönefeld haben auch Easyjet, Ryanair und Aeroflot Flüge annulliert.

Ergebnislose Tarifverhandlungen

Alle Passagiere sollten sich vor der Anreise bei ihrer Airline informieren, betonten die Flughafenbetreiber. Lufthansa-Vorstand Detlef Kayser kritisierte: "Es ist bedauerlich, dass das neue Jahr schon wieder mit Unregelmäßigkeiten für unsere Fluggäste beginnt." Die 850 Passagiere der Kranich-Linie könnten ihre Tickets zur Fahrt mit der Bahn einsetzen. Kunden könnten sich unter lh.com über den Flugstatus erkundigen. "Passagiere, die ihre Daten online hinterlegt haben, werden aktiv informiert", erklärte die Lufthansa.

Hintergrund des Warnstreiks sind die bislang ergebnislosen Tarifverhandlungen zwischen dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) und Verdi für rund 23.000 Beschäftigte der Flugsicherheit. Die Gewerkschaft will einen Stundenlohn von bundesweit 20 Euro bei der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle durchsetzen.

Zum Jahresende war die Friedenspflicht in dem Tarifkonflikt ausgelaufen. Verdi hatte schon vor Weihnachten angedroht, Mitarbeiter könnten außerhalb der Schulferien an "vielen deutschen Flughäfen" die Arbeit niederlegen. In der Vergangenheit haben Streiks der Gepäck- und Passagierkontrolleure regelmäßig den Flugbetrieb gestört.

Erstes Warnsignal

Der Ausstand sei ein erstes Warnsignal an die Arbeitgeber, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, sagte ein Verdi-Sprecher. Am 23. Januar sollen die Gespräche fortgesetzt werden. Auf den beiden Airports der Hauptstadt sind laut Gewerkschaft rund 3000 Beschäftigte bei privaten Sicherheitsfirmen angestellt, 2400 davon bei Securitas.

Nach der letzten Verhandlungsrunde im Dezember hatten sich beide Seiten jeweils eine Verzögerungstaktik vorgeworfen. Laut Verdi hatte der BDLS eine Entgelterhöhung von lediglich 1,8 auf 2,0 Prozent pro Jahr bei einer zweijährigen Vertragslaufzeit angeboten.

Streiks auch anderen Flughäfen nicht ausgeschlossen

Die Lohnanpassung für ostdeutsche Bundesländer solle erst nach fünf Jahren beendet sein. Bislang erhalte ein Beschäftigter, der in Tegel oder Schönefeld in der Passagierkontrolle tätig ist, nach dem regionalen Tarifvertrag 17,12 Euro pro Stunde.

Weitere Arbeitskämpfe auch an anderen deutschen Flughäfen sind laut Verdi nicht ausgeschlossen. Die Ferienzeiten der einzelnen Bundesländer sollen dabei jedoch ausgeklammert werden.