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Tauchturm und Luxushotel Waren an der Müritz: Stadt setzt Ultimatum

Von dpa | 16.01.2019, 20:40 Uhr

Zuletzt gab es Streit zwischen Stadtvertretern und dem Investor, nun wurde der Optionsvertrag letztmalig verlängert - mit knapper Mehrheit.

Das größte Tourismusprojekt der Mecklenburgischen Seenplatte, der 90 Millionen Euro teure „Aqua Regia Park“ in Waren an der Müritz, kann bis Ende 2019 weiter geplant werden. Die Stadtvertreter in Waren verlängerten am Mittwochabend „letztmalig“ den „Optionsvertrag“, der dem Investor ein Vorkaufsrecht für die rund 74 000 Quadratmeter großen Grundstücke am Kurgelände sichert. Der Beschluss fiel mit elf Ja- und acht Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen sehr knapp.

Plausible Finanzierung bis Ende des Jahres

Bei einer Ablehnung hätte das seit 2015 avisierte Projekt nach Angaben des Investors Gregor Schmidt von der RP Entwicklungsgesellschaft (Radolfzell) vor dem Aus gestanden. Bis Ende dieses Jahres soll der Investor nun eine plausible Finanzierung vorlegen.

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Zu dem „Park“ gehören ein 35 Meter hoher Tauchturm, in dem das Tauchen trainiert werden kann, der laut Schmidt der größte in Deutschland wäre. Zudem wird ein 140-Zimmer-Luxushotel, Schwimmbad, Veranstaltungszentrum sowie Gebäude mit Therapie- und Wellnessangeboten geplant.

2018 aufgetauchten Probleme seien „geheilt“

Schmidt hatte der Deutschen Presse-Agentur gesagt: „Wir wollen das weiter umsetzen, denn wir sind schon viel zu weit gekommen, um jetzt aufzuhören.“ Er war aber nicht zu der Sitzung gekommen. Die 2018 aufgetauchten Probleme - laut Schmidt hatte die Stadt einzelne Flurstücke aus dem Riesen-Grundstück zur Trinkwassersicherung ohne sein Wissen an die Stadtwerke verkauft - seien „geheilt“.„Wir brauchen diesen Optionsvertrag, um die Finanzierung auf sichere Füße zu stellen“, hatte Schmidt erklärt. Verträge zur Finanzierung könnten erst danach abgeschlossen und der Stadt vorgelegt werden.

Mehrere Stadtvertreter, darunter Ex-Landeswirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU), äußerten sich am Mittwochabend sehr enttäuscht, dass Schmidt angesichts der letzten Spannungen nicht selbst um sein Projekt bei den Stadtvertretern geworben hatte.