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Polizeiautos angesteckt Vier Jahre Haft für Stralsunder verhängt

Von Christiane Bosch/dpa | 14.05.2020, 14:14 Uhr

Bei einem Prozess vor dem Amtsgericht Strahlsund wurde nun das Urteil gegen den Brandstifter gesprochen.

Plötzlich brennen ein Streifenwagen und mehrere Zivilfahrzeuge von Polizisten. Tage später werden die gleichen Brandsätze bei einer Durchsuchung entdeckt: Nun ist der Täter verurteilt worden.

Für mehrere Brandanschläge auf Polizeiautos vor einem Revier und weitere Taten muss ein Stralsunder für vier Jahre in Haft. Das Amtsgericht Stralsund hat den 61-Jährigen am Donnerstag der Brandstiftung, Bedrohung und der versuchten gefährlichen Körperverletzung für schuldig befunden. So waren unter anderem Spuren des Mannes am Tatort in Stralsund und an Brandsätzen gefunden worden, die nicht gezündet hatten.

Der Stralsunder, der in der Vergangenheit bereits durch gezielte Verweigerung staatlicher Anordnungen aufgefallen war, hatte im gesamten Prozess zu den Vorwürfen geschwiegen. Er wird laut Staatsanwaltschaft aber nicht der Reichsbürgerszene zugerechnet. Die Strafe ist noch nicht rechtskräftig.

Strafmaß unterhalb der Forderung der Staatsanwaltschaft

Der 61-Jährige hatte nach Auffassung des Gerichtes am frühen Morgen des 26. November 2019 fünf Brandsätze an Polizeiautos unweit eines Reviers in der Altstadt Stralsunds gelegt. Drei Fahrzeuge, darunter zwei zivile Autos von Polizisten, waren ausgebrannt oder stark beschädigt worden. Zwei Brandsätze versagten. Verletzt wurde niemand.

Der 61-Jährige war geflüchtet, konnte zwei Tage später im Zusammenhang mit einer Hausdurchsuchung wegen der anderen Vorwürfe aber gefasst werden. In seiner Wohnung waren weitere Gegenstände und Substanzen für Brandbeschleuniger gefunden worden. Vorher hatte er außerdem Passanten mit einer Zwille - eine Art Schleuder - beschossen.

Mit dem Urteil blieb das Gericht knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte Freispruch für ihren Mandanten verlangt. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatte den Brandanschlag damals scharf verurteilt. „Diese niederträchtige Tat richtet sich ganz offensichtlich gegen die Landespolizei und damit auch gegen unseren Rechtsstaat“, erklärte der Minister seinerzeit.

Hier seien Grenzen überschritten worden. Man könne von Glück reden, dass niemand verletzt wurde.