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Kultur MV Usedomer Literaturpreis geht an Jenny Erpenbeck

Von dpa | 21.02.2019, 13:14 Uhr

Die Usedomer Literaturtage wollen die literarische Tradition der Insel fortführen, die mit großen Namen wie Maxim Gorki und Thomas Mann verbunden ist. Zum Abschluss wird ein Preis vergeben.

Die Berliner Schriftstellerin Jenny Erpenbeck erhält den Usedomer Literaturpreis 2019. Sie sei eine „mutige und authentische Stimme der deutschen Gegenwartsliteratur“, begründete die Jury mit dem Literaturkritiker Denis Scheck und den Publizisten Manfred Osten und Andreas Kossert am Donnerstag ihre Entscheidung. Die Auszeichnung richtet sich nach Angaben der Veranstalter an Autoren, die sich in herausragender Weise um den europäischen Dialog verdient gemacht haben.

Gespräch iúnd Lesung mit Erpenbeck

Die Jury hob insbesondere zwei Romane hervor: „Heimsuchung“ (2008), der anhand eines Orts in der Mark Brandenburg die wechselvolle deutsche Geschichte erzählt, und „Gehen, ging, gegangen“ (2015), der afrikanische Flüchtlinge in Berlin begleitet. Der Literaturpreis ist mit 5000 Euro dotiert und mit einem einmonatigen Arbeitsaufenthalt auf der deutsch-polnischen Insel verbunden. Die Auszeichnung soll am 6. April zum Abschluss der Usedomer Literaturtage im Seebad Ahlbeck überreicht werden. Geplant sind ein Gespräch mit Erpenbeck und eine Lesung.

Jenny Erpenbeck wurde 1967 in Berlin als Tochter des Schriftstellers John Erpenbeck und der Übersetzerin Doris Erpenbeck geboren. Nach dem Abitur machte sie eine Lehre als Buchbinderin und ein Praktikum am Theater, dann studierte sie in Berlin Theaterwissenschaft und Musiktheater-Regie. 1999 debütierte sie mit der Novelle „Geschichte vom alten Kind“. Es folgten Romane, Erzählungen und Theaterstücke.

Motto: „Denk' ich an Deutschland“

Die Usedomer Literaturtage werden vom Förderverein Usedomer Musikfreunde veranstaltet. Sie sollen die literarische Tradition der Insel fortführen, die unter anderem mit Maxim Gorki, Theodor Fontane, Hans-Werner Richter und Thomas Mann verbunden ist. Die diesjährigen Literaturtage vom 3. bis 6. April stehen unter dem Motto „Denk' ich an Deutschland“. Erwartet werden etwa die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, der Autor Martin Walser, Ex-Bundestagspräsident Norbert Lammert, die Krimiautorin Donna Leon und Schauspieler und Regisseur Peter Sodann.