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Wegen Corona-Krise Unicef befürchtet: Gehen nun die Impfstoff-Reserven aus?

Von dpa | 01.05.2020, 23:40 Uhr

Das UN-Kinderhilfswerk beklagt aufgrund der Erlahmung im Flugverkehr Lieferrückstände von Standard-Impfstoffen.

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat am Freitag vor Ausbrüchen tödlicher und eigentlich vermeidbarer Krankheiten als Folge der Corona-Krise gewarnt. Die weitgehende Erlahmung im internationalen Flugverkehr habe zu einem massiven Lieferrückstand von Standard-Impfstoffen in verschiedenen Regionen geführt, erklärte Unicef-Sprecherin Marixie Mercado in einem Online-Pressegespräch am Freitag in Genf. Allein in den vergangenen zwei Wochen seien die geplanten Lieferungen um 70 bis 80 Prozent zurückgegangen.

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Gleichzeitig seien die Frachtgebühren um 100 bis 200 Prozent über das normale Maß gestiegen, da viele kommerzielle Fluganbieter am Boden blieben und Frachtflugzeuge der Nachfrage kaum nachkämen. Laut Mercado laufen mehr als zwei Dutzend schwer zugängliche Länder in Afrika und Asien Gefahr, dass ihnen die Impfstoff-Vorräte ausgehen. Dazu gehörten der Tschad, Ghana, Guinea, Niger und Nepal – Länder, die alle im vergangenen Jahr etwa Masern-Ausbrüche erlebten. "Kinderleben sind in Gefahr", sagte Mercado.

45 Prozent der Kinder unter fünf Jahren immunisieren

Ihr zufolge brachte Unicef im vergangenen Jahr 2,43 Milliarden Impfstoff-Dosen in 100 Länder. Ziel war es, annähernd 45 Prozent der Kinder unter fünf Jahren gegen Krankheiten wie Masern und Polio zu immunisieren. Mercado forderte Regierungen, Unternehmen und Fluganbieter auf, erschwingliche Frachtkapazitäten freizumachen, um die Störung in der Lieferkette zu beheben.

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