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Neuer Name Trotz lauter Kritik: Stadtfest in Thüringen heißt nun "Mohrenfest"

Von dpa | 23.05.2019, 17:19 Uhr

Seit Jahren wird über Begriffe aus der Kolonialzeit wie "Mohrenköpfe" oder "Mohrenstraße" diskutiert.

Die Stadt Eisenberg in Thüringen hat ihrem Stadtfest den Namen "Mohrenfest" gegeben und damit Kritik geerntet. Das Fest sei in diesem Jahr neu benannt worden, sagte Bürgermeister Michael Kieslich (CDU) am Donnerstag. Es nehme Bezug auf eine Heimatsage, nach der auch ein Denkmal und ein Brunnen in der ostthüringischen Stadt benannt seien. Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland wirft der Stadt in einem offenen Brief vor, mit dem neuen Namen "Rassismus, Kolonialgeschichte und Geschichtsklitterung zu zelebrieren". Über die Empörung hatten zuvor mehrere Medien berichtet.

In Deutschland wird seit Jahren über Begriffe und Namen wie "Mohrenköpfe", "Mohrenstraße" und "Mohren-Apotheke" diskutiert, die an die deutsche Kolonialzeit erinnern. Das "Mohrenfest" in Eisenberg soll dieses Wochenende gefeiert werden.

Herkunft des Namens ungewiss

In der Eisenberger Sage geht es um einen "Mohr", den sich ein Adeliger von den Kreuzzügen als Diener mitgebracht hatte und der unter dem Verdacht, eine goldene Kette gestohlen zu haben, zum Tod verurteilt wird. Als sich seine Unschuld herausstellt, wird er nicht hingerichtet. Der Kopf der Sagenfigur ist Teil des Stadtwappens der zwischen Jena und Gera gelegenen Kleinstadt.

Wer genau den Namensvorschlag für das Fest gehabt habe, könne er gar nicht mehr nachvollziehen, sagte Kieslich. "Das entstand aus der Diskussion heraus." Der Kulturausschuss habe das neue Festkonzept und den Namen befürwortet und mitgetragen. Ob er über dieses Jahr hinaus beibehalten wird, steht noch nicht fest. "Wir werden nach Abschluss des Festes alle Aspekte kritisch beleuchten", kündigte der Bürgermeister an. Über die Kritik an dem Namen hatten zuvor mehrere Medien berichtet.

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