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Übersicht Totenkopfäffchen verkauft - Illegaler Tierhandel aufgeflogen

Von dpa | 24.10.2008, 01:26 Uhr

Altentreptow/München - Ein illegaler Handel mit exotischen Tieren ist in Ivenack bei Altentreptow (Kreis Demmin) aufgeflogen.

Hauptverdächtiger ist ein 21-jähriger Mann aus München, der schon einschlägig vorbestraft ist, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg, Gerd Zeisler, am Freitag sagte. Die Strafe des Mannes, der mit seiner gleichaltrigen Ehefrau in Ivenack wohnt, sei derzeit zur Bewährung ausgesetzt.

Die insgesamt vier Verdächtigen sollen per Internet Panzernashörner, Affen, Eisbären und andere streng geschützte Arten angeboten und in mindestens vier Fällen Tiere verkauft, aber nicht geliefert haben. Betrugsanzeigen lägen wegen zwei Stachelschweinen, einem Totenkopfäffchen und einer Vogelspinne vor. „Laut Internet sollte ein Eisbär 35 000 Euro, ein Panzernashorn rund 70 000 Euro kosten“, sagte Zeisler.

Der Zoll war durch Recherchen im Internet und nach Hinweisen aus dem Umfeld Anfang Oktober auf die Gruppe aufmerksam geworden. Das nicht genehmigte Lager für den Tierhandel war vor einer Woche in Altentreptow entdeckt worden, als ein Tayra, ein aus Amerika stammendes marderartiges Raubtier, ausgebrochen war.

Das Tier ängstigte Anwohner und sorgte für Schlagzeilen, weil die Stadtverwaltung die Bewohner per Lautsprecherwagen vor dem Raubtier warnen ließ. Ein Autofahrer beendete am Montag die Suche, indem er das Tier auf der ehemaligen Bundesstraße 96 überfuhr. Tayras fallen laut Zeisler unter den strengen Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens.

Als die Behörden den Vorfall näher unter die Lupe nahmen, entdeckten sie in einer leerstehenden ehemaligen Produktionshalle weitere Tiere, darunter mindestens sechs tote Würgeschlangen aus Südamerika. Den Papieren zufolge sollten auch Ginsterkatzen und Wickelaffen dort gelebt haben. Die exotischen Tiere sollen über Guyana und Tschechien eingeführt worden sein.

Der Hauptverdächtige schweige bisher zu den Vorwürfen, hieß es. Verdächtig seien außerdem seine Frau sowie zwei 32 und 36 Jahre alte Helfer aus Altentreptow. Bei Durchsuchungen in Ivenack hätten Zollfahnder Unterlagen für den Handel und entsprechende Daten auf einem PC beschlagnahmt worden.