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Will keiner mit Schwerin? Theater fusionieren - Schwerin außen vor

Von Bert Schüttpelz | 30.12.2010, 10:31 Uhr

Die Vorpommersche Landesbühne Anklam, die erst dem Mecklenburgischen Staatstheater ein Angebot zu Fusionsgesprächen unterbreitet hatte, bildete überraschend mit dem Theater Vorpommern eine Management-Gesellschaft.

Damit hat das Mecklenburgische Staatstheater die zweite Absage erhalten. Die zuvor geführten Gespräche mit dem Landestheater Parchim waren ebenfalls ergebnislos verlaufen. Parchim schloss mit dem Volkstheater Rostock eine Kooperationsvereinbarung.

Hintergrund des Fusions-Aktionismus: Mit der Neuregelung des Landes zur Verteilung der Mittel aus dem Finanzausgleich bekommen Ein spartentheater ab 2011 weniger Landeszuschüsse, wenn sie nicht mit großen Häusern kooperieren.

Der Intendant des Mecklenburgischen Staatstheaters, Joachim Kümmritz, sieht die neuen Entwicklungen gelassen: "Für unser Haus ändert sich vorerst nichts", stellte er klar. Fusionen um jeden Preis lehne er ohnehin ab. "Kooperationen sollten sowohl unter künstlerischen als auch wirtschaftlichen Aspekten sinnvoll sein", sagte Kümmritz. Auf die gute Zusammenarbeit mit der Landesbühne und der Theaterakademie Anklam werde diese Entscheidung keinen negativen Einfluss haben.

Auch Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow erneuerte die Gesprächsbereitschaft: "Schwerin bleibt für gute Kooperationen im Interesse eines qualitativ hochwertigen Theaterangebots offen."