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Schwerin Super-Pult steuert Bühnentechnik des Theaters

Von Bert Schüttpelz | 14.02.2010, 10:34 Uhr

Das Licht geht aus, am Theaterhimmel erscheint der Mond, Nebel wallt, in der Bühne öffnet sich eine Luke, aus der eine Sängerin emporschwebt, die von einem Spot angestrahlt wird, während sich hinter ihr punktgenau eine Kulissenwand senkt.

Gesteuert wird das alles von einer einzigen Person: dem Inspi zienten, der dafür indes modernste Technik benötigt. Die hat er dank des Engagements der Theaterfreunde jetzt endlich zur Verfügung: Die Gesellschaft der Freunde des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin stellte bislang bereits mehr als 65 000 Euro - zwei Drittel der Anschaffungskosten für die neue Anlage - zur Verfügung. Zusammengetragen wurde die Summe durch eine besondere Spendenaktion, durch Zins erträge der Bürgerstiftung, den symbolischen Sesselverkauf, Geld von der Sparkassenstiftung und Tombolaerlöse des Theaterfestes und Einnahmen des Theaterladens. Das Theater selbst sammelte mit einem Benefizkonzert weiteres Geld.

Am Inspizientenpult laufen alle Fäden zusammen

"Wir versuchen, mit unserem ehrenamtlichen Engagement die Attraktivität unseres Theaters zu erhöhen. Und hier bestand dringender Handlungsbedarf" sagt Vereinsvorsitzender Dr. Michael Jungrichter. Generalintendant Joachim Kümmritz macht keinen Hehl aus seiner Freude über diese Unterstützung, denn nach der Erneuerung der Ober- und Untermaschinerie sei das alte Pult die letzte Schwachstelle in der Bühnentechnik gewesen, die nun auch beseitigt werden konnte. "Aus eigener Kraft hätten wir die 100 000 Euro für das neue Inspizientenpult nicht aufbringen können. Das Land hat in den vergangenen Jahren sehr viel für das Theater getan, dennoch bleibt ein Investitionsstau für kleinere technische Anschaffungen."

Wie wichtig jedoch so eine "Klein investition" für reibungslose Abläufe im Theater ist, erklärt Peter Meißner, der Technische Direktor: "Am Inspi zientenpult laufen alle Fäden zusammen. Es ist sozusagen das Herzstück einer jeden Vorstellung. Denn von hier aus wird die gesamte Technik, also die Ober- und Untermaschinerie, der Ton, die Beleuchtung und auch der Auftritt der Künstler koordiniert", erläutert Meißner.

Die beiden Inspizienten des Theaters, Krzysztof Moleda und Christine Curth, die auf zahlreichen Monitoren Einblick in das halbe Haus haben, rufen die Künstler zu ihren Auftritten, können auf jegliche Veränderungen bei einer Vorstellung mit entsprechenden Anweisungen an die Technik blitzschnell reagieren und eingreifen und überwachen zudem die Sicherheit der Akteure auf und hinter der Bühne.

Meißner und seine beiden Inspizienten hatten sich gemeinsam für dieses neue Pult entschieden, weil es nicht nur ausgesprochen preiswert, sondern vor allem sehr robust sei, betonen die Drei. "Man hat den Vorteil, durch manuelle Bedienung sehr schnell reagieren zukönnen, während der Rechner im Hintergrund arbeitet", beschreibt Curth ihre ersten Erfahrungen mit dem neuen Teil. "Wir genießen und nutzen die erweiterten Möglichkeiten, um die Technik des Hauses noch wirkungsvoller einsetzen zu können", ergänzt Moleda.