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Schwerin Stau auf der A 14: Erst jeder fünfte Kilometer im Bau

Von Torsten Roth | 09.08.2013, 07:49 Uhr

Deutschlands größter Straßenneubau nimmt langsam Konturen an: Nach Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt beginnt nun auch Brandenburg noch in diesem Jahr mit dem Bau der neuen Nord-Süd-Autobahn A14.

Zwischen Karstädt und der Landesgrenze nach Mecklenburg-Vorpommern sollen nach dem Ende der Vegetationsperiode im kommenden Herbst die Straßen- und Brückenbauarbeiten starten, kündigte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gestern bei seinem Besuch in Karstädt an. 17 Brücken, zwei Anschlusstellen bei Karstädt und bei Groß Warnow, Lärmschutzwälle auf zwei Kilometern Länge, eine 50 Meter breite Grünbrücke sowie eine Fledermausbrücke und -tunnel: Das zwölf Kilometer lange Teilstück kostet den Bund 118 Millionen Euro. In zwei Jahren soll der Verkehr rollen. Damit könnten Autofahrer voraussichtlich ab 2015 die Schnellstraße Richtung Süden von Wismar bis nach Karstädt in Brandenburg durchgehend nutzen.

Dennoch kommt der vor allem bei Umweltschützern umstrittene Trassenbau nur langsam voran: Trotz jahrelanger Planungen wird mit dem brandenburgischen Abschnitt gerade auf drei von 16 Teilstücken der 155 Kilometer langen Südverlängerung gearbeitet - Autobahnbau erst auf bisher 34 der insgesamt 156 Kilometer langen Autobahn zwischen der A 24 und der Bundesstraße 5 bei Ludwigslust, zwischen Wolmirstedt und Colditz kurz vor Magdeburg sowie zwischen Karstädt und der Landesgrenze MV.

Auch auf dem zweiten Teilstück in MV von Ludwigslust bis zur Landesgrenze könnten die Arbeiten sofort beginnen, hieß es Verkehrsministerium in Schwerin. Es bestehe Baurecht. Allerdings müsse der Bund noch die Bausumme bereitstellen. Stau auf zwei weiteren Abschnitten in Sachsen-Anhalt: zwischen Lüderitz und Dolle sowie weiter bis Colbitz. Auch dort bestehe Baurecht. Allerdings verhinderten Klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht den Baustart, teilte das Verkehrsministerium in Magdeburg gestern mit. Mit einer Entscheidung werde im Frühjahr 2014 gerechnet. Mit den dann insgesamt sechs Abschnitten hat gerade einmal auf 66 Kilometer der Bau begonnen oder steht unmittelbar bevor. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) ist dennoch überzeugt, dass "im Jahr 2020 die Autos über die A14 rollen werden."