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„Stasi Ohn(e)Macht“ im Alt Jabeler Lütt Museum eröffnet Stasi zwischen Macht und Ohnmacht

Von Benjamin Piel | 09.05.2011, 11:04 Uhr

Proteste stellt eine am Sonnabend eröffnete Schau unter dem Titel "Stasi Ohn(e)Macht - Die Auflösung der DDR-Geheimpolizei" im Alt Jabeler "Lütt Museum" vor. Die Ausstellung zeigt auf elf Schautafeln viele Bilder.

Am 7. Mai 1989 ist die Geduld vieler DDR-Bürger aufgebraucht. Bürgerrechtler können an diesem Tag beweisen, dass DDR-Wahlergebnisse durch Offizielle gefälscht worden sind. Mal wieder liegt das Ergebnis der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) bei 98,85 Prozent. Zu hoch, um wahr zu sein. Es kommt zu Protesten. Proteste, die leise anfangen und immer lauter werden. Für viele Menschen beginnt eine schmerzvolle Zeit. Eine Zeit, in der Verrat und Vertrauensbruch ans Licht kommen.

Diese Proteste stellt nun eine am Sonnabend eröffnete Schau unter dem Titel "Stasi Ohn(e)Macht - Die Auflösung der DDR-Geheimpolizei" im Alt Jabeler "Lütt Museum" vor. Die Wanderausstellung der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen zeigt auf elf Schautafeln viele Bilder der Proteste - darunter zahlreiche Laienaufnahmen - mit ergänzenden Texten. "Das sind Aufnahmen, für die Menschen viel riskiert haben", sagte Corinna Kalkreuth, Leiterin der Stasi-Unterlagen-Außenstelle Görslow. Sie betonte, dass es streng und bei Strafe verboten gewesen sei, die Proteste zu fotografieren. "Deshalb gebührt den Menschen, die dieses Risiko auf sich genommen haben, höchster Respekt", so Kalkreuth. Für die Nachwelt seien es wichtige und eindrucksvolle Dokumente. "Es ist gigantisch, was im Herbst 1989 abgegangen ist", sagte Kalkreuth bei der Ausstellungseröffnung.

Die Ausstellung stellt vor allem die historischen Ereignisse in Mecklenburg-Vorpommern in den Vordergrund. Wie kam es zu der Gegenwehr der Bevölkerung? Was passierte in den Bezirken Schwerin, Rostock und Neubrandenburg? Diesen Fragen geht die Ausstellung, die noch bis zum 3. Oktober im Lütt Museum zu sehen ist, nach.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Museum und der Stasi-Unterlagen-Außenstelle Görslow besteht bereits seit dem Jahr 2004. Fast in jedem Jahr gab es seither eine Ausstellung zur DDR-Vergangenheit in dem kleinen Museum. Vor allem Schulklassen und Reisegruppen besichtigen das Museum. "Das Interesse hier auf den Dörfern ist eher gebremst", so der Museumsverantwortliche, Pastor Christoph Tuttas. Geöffnet ist das Museum an Sonn- und Feiertagen jeweils in der Zeit zwischen 14 und 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.