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Röbel: Ausgewogene Ernährung kann auch lecker sein Stampott und Spitzkohl in der Mensa

Von Janine Rabe | 13.10.2011, 12:04 Uhr

12.30 Uhr, der Magen knurrt. Eilig bewegen sich die Schüler der Schule am Gotthunskamp in Röbel in Richtung Mensa. Da steht heute etwas besonderes auf dem Speiseplan: Eine Auswahl aus einem herbstlichen Vital-Menü.

12.30 Uhr, der Magen knurrt. Eilig bewegen sich die Schüler der Schule am Gotthunskamp in Röbel in Richtung Mensa. Da steht heute etwas besonderes auf dem Speiseplan: Spitzkohl-Roulade mit Hackfleisch und Vollkornnudeln oder Endivien-Kartoffel-Stampott mit gebratenem Kabeljaufilet. Eine Auswahl aus einem herbstlichen Vital-Menü, das der Schul-Caterer Olly Food zum ersten "Tag der Schulverpflegung" kredenzt hat.

Vivian und Anna aus der 7. Klasse entscheiden sich für die Roulade. "Im Kartoffelbrei war Salat, das fand ich komisch", erklärt Vivian ihre Wahl. Die Mädchen essen etwa drei Mal die Woche in der Schule. Dass ihr Menü dieses Mal nach den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) optimiert ist, fällt ihnen kaum auf. "Es ist lecker und nicht so fett", meint Anna. Bis auf die letzte Nudel haben beide ihren Teller leer geputzt.

"Kinder wollen auch mal was Neues ausprobieren, aber sie müssen oft erst lernen, dass auch eine ausgewogene Ernährung lecker sein kann", sagt Roswitha Bley von der Vernetzungsstelle Ernährung. Mit dem bundesweiten Aktionstag wolle man das Schulessen ins Blickfeld rücken und die Kommunikation zwischen Schülern, Lehrern, Eltern und Caterern verbessern, um so langfristig eine Ausrichtung nach den Standards der DGE zu erreichen.

Das sei gar nicht unbedingt aufwendig und auch nicht teurer. "Häufig reicht es schon, wenn man statt des Würstchens zum Eintopf ein Vollkornbrötchen anbietet", sagt die Ernährungsexpertin. Allerdings gebe es auch oft Konflikte zwischen Caterern und Schulen über die Vorstellung vom Essen. So wünschen sich die Schulen eine gute Qualität, viel Frische, Abwechslung und eine große Auswahl, das aber zu einem möglichst kleinen Preis - 2,50 Euro sind das in Röbel. "Aber wenn es in einer Schule nur 50 Esser gibt, geht das nicht", erklärt Roswitha Bley das Dilemma. Mehr Münder müssten also an den Schulspeise-Tisch, damit es für den Caterer rentabel ist, mehr Auswahl anzubieten. Dazu muss das Essen andererseits aber auch schmecken, was nicht immer der Fall ist. In einer Umfrage der DGE bewertete mehr als ein Viertel der Schulen im Land das Essen als zufriedenstellend oder mangelhaft - verkocht, wenig Auswahl und Geschmack.

Allerdings komme es nicht nur auf die Qualität an, sondern auch auf das Umfeld im Essenraum selbst. "Wir müssen beim Mittag entspannen können, denn auch Schüler haben einen anstrengenden Tag. Und wenn das Flair nicht stimmt, schmeckt auch das Essen nicht", sagt Dejan Panow, Vorstandsmitglied im Landesschülerrat. Auch in Röbel war die Mensa bis zur Sanierung ein düsterer Raum, in dem nur 50 Schüler essen wollten. Mittlerweile ist der Essenraum hell und freundlich und die Zahl der Esser liegt bei fast 200 am Tag. Weshalb Olly Food nun auch ein zweites Essen zur Auswahl anbietet. Auch auf die Wünsche der Schüler versucht Geschäftsführer Tino Ollenburger einzugehen. "Bei der Wahl der Vital-Gerichte haben wir mit dem Schülerrat überlegt, was am spannendsten ist", sagt er. Das Stampott - auch wenn es noch ungewohnt ist - werde er nun sicher öfter anbieten.