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Wahl der Stadtvertretung Schwerin Stadtpolitik gerät in Bewegung

Von Bert Schüttpelz | 26.05.2019, 23:46 Uhr

AfD legt in Schwerin kräftig zu, doch CDU bleibt stärkste kommunalpolitische Kraft in der Landeshauptstadt.

Jubel bei AfD, Unabhängigen Bürgern, FDP, Grünen und Die Partei, verkniffene Gesichter bei den Linken. Als am Sonntag gegen 21.30 Uhr im Rathaus die ersten Ergebnisse der Kommunalwahl auf dem Bildschirm erscheinen, hält sich die Stimmung in Grenzen. In die Stadtpolitik kommt in den nächsten fünf Jahren Bewegung durch neue Kräfteverhältnisse, wenngleich das politische Erdbeben ausgeblieben ist. Überraschungen indes gibt es schon. Die SPD wird trotz Stimmverlusten gemeinsam mit der CDU stärkste kommunalpolitische Kraft in Schwerin. Die Alternative für Deutschland hat einen Paukenschlag verpasst, gewinnt aber erheblich und ist mit sieben Abgeordneten nun viertstärkste Fraktion in die Stadtvertretung.

Wahlgewinner ist die SPD. Sie hat die meisten Stimmen in Schwerin bekommen und zieht mit acht Abgeordneten in die Stadtvertretung. Die Christdemokraten kommen nach Auszählung aller 71 Wahlbezirke auch auf acht Mandate, das sind drei weniger als 2014.

Die Linken als bislang zweitstärkste Fraktion sind die großen Wahlverlierer. Sie haben vier Sitze eingebüßt und nur noch sieben Stadtvertreter. Die Unabhängigen Bürger können einen Sitz zugewinnen und kommen jetzt auf sechs. Sie überholen damit die Grünen, die mit leichtem Zugewinn nun fünf Abgeordnete stellen. Die FDP kann ihre Stimmen verdoppeln und stellt nun zwei Stadtvertreter. Die sechste zur Kommunalwahl angetretene Partei Die Partei schafft den Einzug ins Stadtparlament mit einem Abgeordneten. Die Aktionsgruppe Stadt und Kulturschutz kann ihren Sitz verteidigen. Von den drei Einzelbewerbern hat keiner die notwendige Stimmenzahl erreicht.

Bis die Kommunalwahlergebnisse auf den Monitoren erschienen, mussten sich die interessierten Bürger im Rathaus indes ziemlich lange gedulden. „Das Auszählen der Stimmen war sehr aufwändig, vor allem bei der Europawahl“, sagt Wahlhelferin Christina Wendt. „Ich finde es aber wichtig, hier mitzuhelfen, denn Demokratie braucht das gesellschaftliche Engagement.“ Stadtwahlleiter Bernd Nottebaum ist zufrieden: „Alles verlief korrekt, soweit ich das bisher einschätzen kann. Mein Respekt gilt allen Wahlhelfern.“ Die Wahlbeteiligung lag bei 58 Prozent und damit 13 Prozent höher als 2014, blieb aber unterm Bundesdurchschnitt. (Stand 11.20 Uhr)

>> Hier finden Sie die Ergebnisse der gewählten Bewerber in Schwerin

Bürgermeisterwahlen in Raben Steinfeld/Crivitz

Stimmzettel-Marathon in Gemeinden

Meinung –
Es waren gewaltige Papierberge, die die Wahlhelfer in Raben Steinfeld am Sonntag zu bewältigen hatten. Die Wahlbeteiligung lag im Lokal im Gemeindehaus bei 74,1 Prozent. Schon am Vormittag standen die Wähler bis vor die Tür. Gegen 21.30 Uhr war es dann geschafft: Im Oberdorf hatte Dr. Holger Voß (SPD) mit 160 Stimmen die Nase vorn, dicht gefolgt von  Klaus-Dieter Bruns (Einzelbewerber) mit 142 Stimmen. Mitbewerberin Ramona Schulz (CDU) bekam von den Wählern im Oberdorf 110 Stimmen und Einzelbewerber Frank Salomo 42 Stimmen. Sicher ist, dass es am 16. Juni eine Stichwahl geben wird. In Dümmer wird sich Anke Gräber weiterhin um die Geschicke der Gemeinde  kümmern, in Plate Ronald Radscheidt, Ralf Michalski in Banzkow,  Burghard Engel in Lübesse, Klaus-Otto Meyer in Uelitz, Marianne Facklam in Holthusen und Egbert Scharlaug in Rastow, denn in vielen Gemeinden des Schweriner Umlands gab es nur einen Bewerber auf den Bürgermeisterstuhl.  Bis kurz vor Mitternacht waren in manchen Bezirken noch nicht einmal alle Kreistagsstimmzettel ausgezählt, wie beispielsweise in Crivitz, Sukow und Pinnow. (Stand 0.20 Uhr)

>> Alle aktuellen Entwicklungen zur Kommunalwahl in MV finden Sie unter www.svz.de/kommunalwahl

>> Hier finden Sie die Ergebnisse der Kommunalwahlen 2019 in MV
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Kommentar von Bert Schüttpelz: Im Rathaus wird es bunter
Die gestiegene Wahlbeteiligung ist ein gutes Zeichen für lebendige Demokratie. Und die Stadtpolitik wird bunter. Die Kräfteverhältnisse haben sich geändert. Nicht nur, dass die AfD jetzt als zweitstärkste Fraktion mehr Akzente setzen will, Zweier- oder Dreierbündnisse reichen nicht mehr aus für Mehrheiten. Das schafft Transparenz.