Ein Angebot des medienhaus nord

Spitzentreffen Staatstheater Ost: Kooperation statt Fusion

Von ESKA | 18.12.2017, 21:00 Uhr

Nach Spitzentreffen: Kommunen wollen beraten, wie ohne Landesbeteiligung Existenz aller Häuser gesichert werden kann

Kooperation statt Fusion: Die Theaterträger im Osten des Landes haben sich gestern bei einem Spitzentreffen im Kultusministerium mit Ministerin Birgit Hesse (SPD) und Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) geeinigt, zunächst Möglichkeiten einer erweiterten Kooperation zur Hebung von Einspareffekten zu prüfen. Damit bleiben die einzelnen Häuser – das Theater Vorpommern (Stralsund/Greifswald) und die Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz – in ihren jetzigen Gesellschaftsstrukturen bestehen. Eine Landesbeteiligung ist vom Tisch. Ob es überhaupt noch zu einer Fusion, wie etwa zwischen Schwerin und Parchim, kommt, bleibt offen.

Eine Einigung darüber konnte in einem dreijährigen Diskussionsprozess bis zum gestrigen Treffen jedenfalls nicht erzielt werden. Die sechs Theaterträger, die genannten Städte sowie zwei Landkreise, hätten das Modell der Kooperation ins Gespräch gebracht, sagte Hesse nach dem Treffen. Sie betonte, dass eine Reform auf „Akzeptanz vor Ort“ stoßen müsse. Wörtlich: „Die Reform ist kein Selbstzweck. Ziel sind zukunftsfähige und tragfähige Theaterstrukturen. Dies ist der Versuch, über einen anderen Weg zum Ziel zu kommen.“

Heiko Kärger, Landrat in der Seenplatte, sieht Kooperationsmöglichkeiten im Austausch von Stücken, die aufgeführt werden, und im Austausch von Ensemblemitgliedern, um zu Synergien zu kommen. Auch ein gemeinsamer künstlerischer Direktor, der die Zusammenarbeit koordiniert, sei denkbar, so Kärger. Seine Botschaft: „Die Gesellschaften bleiben eigenständig.“

Die Idee einer Fusion wurde 2014 unter dem damaligen Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) geboren, um die Theater aus der finanziellen Schieflage zu bekommen. Seit Jahren gibt es an den Häusern keine Tarifanpassungen mehr. Und dennoch muss das Land, insbesondere in Neustrelitz , Jahr für Jahr mit Soforthilfen in Größenordnungen helfen. Hier hat sich die finanzielle Lage nach der Trennung von der Tanzkompanie etwas entspannt. Deren Weiterexistenz wurde zuletzt durch eine Finanzspritze der CDU-Fraktion aus dem Strategiefonds des Landes vorerst gesichert.

Wie es mit den Theatern im Osten nun weitergeht, das muss noch geklärt werden. Da das Land seine 60-prozentige Beteiligung am Staatstheater Ost an die Fusion gebunden hatte, fallen Sonderhilfen aus Schwerin vorerst aus.