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Schweriner Volleyballerinnen fangen sich nach desolatem ersten Satz SSC-Damen kämpfen sich ins Spiel

Von Martina Kasprzak | 31.10.2011, 05:26 Uhr

Das war ein hartes Stück Arbeit. Doch am Ende verließen die Volleyballerinnen des Schweriner SC am Samstagabend als verdienter Sieger die Arena am Lambrechtsgrund.

Das war ein hartes Stück Arbeit. Doch am Ende verließen die Volleyballerinnen des Schweriner SC am Samstagabend als verdienter Sieger die Arena am Lambrechtsgrund. 94 Minuten benötigte die Mannschaft von SSC-Trainer Teun Buijs um den USC Münster mit 3:1 (-14, 19, 15, 20) zu besiegen. "Das war schon hart. Aber wir haben uns richtig in die Partie reingekämpft", befand Libero Lisa Thomsen. Und Außenangreiferin Anne Buijs meinte: "Den ersten Satz kannst du in die Tonne kloppen." Wohl war.

Dabei fing es für die Schwerinerinnen gar nicht so schlecht an. Nach einem guten Aufschlag von Mittelblockerin Hanne Haugen Aas führte der Gastgeber mit 5:2. Und nach einem gelungenen Angriff von Julia Retzlaff stand es 6:3. Doch dann verloren die Buijs-Schützlinge völlig den Faden. Der Annahmeriegel mit Anne Buijs, Julia Retzlaff und Lisa Thomsen stand völlig neben sich. So musste Zuspielerin Denise Hanke weite Wege gehen, um den Ball überhaupt noch irgendwie zu ihren Angreiferinnen zu bekommen. Und der Angriff war dementsprechend harmlos. Von Block- und Feldabwehr war überhaupt nichts zu sehen. So setzte der USC den Gastgeber mit starken Aufschlägen unter Druck. Und die Westfalen holten in der Feldabwehr heraus, was nur rauszuholen war. So zog die Mannschaft von Trainer Axel Büring unaufhaltsam davon. Vom 8:8 enteilte der USC auf 13:8. Beim 10:18 versuchte es der SSC-Coach noch mit einem Wechsel im Mittelblock. Für die Norwegerin Aas kam Anja Brandt. Gegen die überragende Außenangreiferin Hana Cutura hatte der SSC keinerlei Mittel. So war der erste Satz für den SSC mit 14:25 schnell Geschichte. Und keiner der 1285 Zuschauer in der Arena glaubte so recht an eine Wende.

Doch sie kam. Als der SSC in Durchgang zwei mit 9:11 hinten lag, stellte Teun Buijs seine Annahme um. Er holte Julia Retzlaff vom Feld und brachte Hiroko Hakuta. Der Niederländer hätte aber auch seine Tochter herausnehmen können. Doch sie wurde im Angriff benötigt, da sie gut zehn Zentimeter größer als Julia Retzlaff ist. Und mit der Einwechslung der Japanerin stabilisierte sich die Annahme und plötzlich ging ein Ruck durch die Mannschaft. Das Publikum, angefeuert von Hallensprecher Stefan Schubert, tat sein übriges. Die Schwerinerinnen kämpften sich zum 16:16. Nach dem 19:19 gelangen dem SSC dann druch gute Aufschläge und Blockabwehr sechs Punkte in Folge - Satzausgleich.

Und dann lief es rund beim deutschen Meister. Hiroko Hakuta, die von Büring als beste SSC-Akteurin ausgezeichnet wurde, stand weiter in der Annahme gut und räumte in der Feldabwehr so ziemlich alles weg. Das riss weiter die gesamte Mannschaft mit. Da sah man Schnellangriffe, gute Blockarbeit und variable Angriffe. Münster seinerseits fand nie mehr zu dem hohen Niveau aus dem ersten Satz zurück. So ging der dritte Abschnitt ganz schnell an den SSC.

Und auch im vierten Satz ließen die Buijs-Schützlinge nichts mehr anbrennen. Anja Brandt war es vorbehalten, den Matchball zuverwandeln. "Das hat total viel Spaß gemacht. Mit Willen und Stärke haben wir das Spiel noch gedreht", so die Mittelblockerin. "Wir können stolz auf die Mädels sein. Das Publikum hat mich überrascht. So geht das in einem Heimspiel. Das war toll", so der SSC-Coach, der sein Team erst am Freitag wieder zum Training bittet. "Die Mädels können jetzt ein paar Tage Freizeit genießen. Danach geht es dann Schlag auf Schlag." Auf Grund des World Cups in Japan steht jetzt eine dreiwöchige Pause.