Ein Angebot des medienhaus nord

Bilanz 2019 So viele Wolfsattacken wie nie zuvor in MV

Von Winfried Wagner | 13.01.2020, 08:52 Uhr

Wölfe haben in Mecklenburg-Vorpommern im Vorjahr so oft Schafe, Rinder und andere Nutztiere angefallen und gerissen wie noch nie.

Wie aus einer Statistik des Schweriner Agrar- und Umweltministeriums für 2019 hervorgeht, wurden 43 „Rissvorfälle“ aufgenommen, bei denen 151 Nutztiere getötet und 54 Tiere verletzt wurden.

Im bisherigen „Rekordjahr“ 2018 waren 23 Wolfsattacken mit 162 getöteten und 42 verletzten Nutztieren gezählt worden. 2017 untersuchten die Behörden 28 Wolfsangriffe, denen 88 Nutztiere zum Opfer gefallen waren.

Von vier auf acht Rudel

Ursachen der Steigerung sei meist fehlender „Grundschutz“. Zudem stieg die Zahl der Wölfe im Nordosten laut Ministerium von vier auf acht Rudel. Dazu kommen mehrere Wolfspaare und einige Einzeltiere.

Die Rudel - die aus drei bis elf Tieren bestehen - leben vor allem im Süden des Landes und zogen 2019 laut Ministerium etwa 19 Welpen auf.

Für 2020 erhofft sich das Ministerium weniger Wolfsattacken, da jetzt 100 Prozent der Kosten für zusätzliche Schutzmaßnahmen der Weidetierhalter übernommen werden sollen.

Weiterlesen: Höhere Förderung für Schutz vor Wolf früher als angekündigt

Zu den Besonderheiten 2019 gehörte, dass Wölfe bei Borken in Vorpommern einen 1,80 Meter hohen und unten gesicherten Zaun überwanden und Tiere einer Damwildherde töteten. Für viel Aufsehen sorgte Ende 2019 ein Problemwolf mit der Bezeichnung „GW924m“, der in Schleswig-Holstein über Monate zum Abschuss freigegeben war, dort aber nicht erlegt wurde.

Nachdem der Wolf im Oktober eine Schafherde bei Schwerin angefallen hatte, hatte Umweltminister Till Backhaus (SPD) eine „schnelle Prüfung“ des Falles zugesichert. Eine Entscheidung dazu sei noch nicht gefallen, hieß es. Derzeit sei nicht bekannt, wo sich der Problemwolf aufhalte.