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Afrikanische Schweinepest So bereiten sich die Zoos in MV vor

Von Birgit Sander | 10.01.2020, 13:34 Uhr

Die Zoos hätten Erfahrungen mit Seuchen wie der Vogelgrippe vor drei Jahren.

Die Zoos in Mecklenburg-Vorpommern sehen der Afrikanischen Schweinepest noch gelassen entgegen. Wie die landwirtschaftlichen Tierhalter hätten sie ein Auge auf die aktuelle Entwicklung und die Konzepte für den Seuchenfall auf dem Tisch, sagte der Vorsitzende des Landeszooverbands, Tim Schikora, am Freitag in Schwerin.

Die Zoos hätten Erfahrungen mit Seuchen wie der Vogelgrippe vor drei Jahren, sagte Schikora, der Geschäftsführer des Schweriner Zoos ist. „Wenigstens können Wildschweine nicht fliegen.“

Besucher dürfen Tiere nicht füttern

Wenn die Afrikanische Schweinepest im Land sei und das Veterinäramt es anordne, würden die Risikotiere in Quarantäne genommen, erläuterte Schikora. Neben sechs Wildschweinen halte der Zoo auch zwei Sattelschweine, eine alte Haustierrasse. Tierpfleger müssten besondere Desinfektionsmaßnahmen einhalten. „Ein Tier-zu-Tier-Kontakt mit Wildschweinen ist im Zoo ausgeschlossen. Wir haben dichte Zäune“, sagte er. Da der Kontaminationsweg „Schinkenbrot“, also die Verbreitung des Virus durch den Menschen, als häufig gilt, dürften Besucher die Tiere nicht füttern.

Der Tierpark in Grimmen hält Leiterin Christin Trapp zufolge keine Wildschweine, aber Wollschweine. Nach ihrem Wissen sind die alten Nutztierrassen in Tierparks viel häufiger als Wildschweine, aber sie seien ebenso gefährdet. Nach Ansprache mit dem Veterinäramt würde im Seuchenfall der Bereich der Wollschweine vor den Besuchern abgegrenzt, und die Tierpfleger müssten beim Kontakt mit den Tieren besondere Schutzvorkehrungen treffen. Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich.