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Mecklenburg-Vorpommern Sieg der CDU in Mecklenburg-Vorpommern noch deutlicher als im Bund

Von Redaktion svz.de | 22.09.2013, 11:06 Uhr

Die CDU hat bei der Bundestagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ihr bestes Ergebnis der Geschichte erreicht.

Nach Auszählung von 1989 der 2018 Wahllokale lag die Partei von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 42,6 Prozent uneinholbar in Führung. Nur 1990 hatte die CDU im Nordosten mit 41,2 Prozent die 40-Prozent-Marke überschritten. Die Linke landete im Land auf Platz zwei (21,5 Prozent), gefolgt von der SPD mit 17,8 Prozent. Die Grünen fielen komplett durch mit 4,3 Prozent, ebenso die FDP mit 2,2 Prozent, während die eurokritische AfD im Land auf 5,6 Prozent kam.

Die rechtsextreme NPD wählten 2,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,6 Prozent und damit etwas höher als vor vier Jahren (63 Prozent).
Entsprechend groß war die Freude beim CDU-Landesvorsitzenden Lorenz Caffier. „Wir freuen uns riesig“, sagte der ausgesprochen gelöst klingende Innenminister. „Das ist ein ganz klarer Regierungsauftrag.“ Die CDU habe die Themen richtig gesetzt. Die Leute wollten keine Experimente, sie seien offenbar zufrieden mit der Regierungsarbeit des Kabinetts Merkel in den vergangenen vier Jahren.

Auch alle Direktmandate im Nordosten konnte die CDU holen. Fast überall lagen ihre Kandidaten weit, weit vorn. Nur im Wahlkreis 14 Rostock - Landkreis Rostock II lieferten sich der CDU-Bewerber Peter Stein längere Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen, doch am späteren Abend vergrößerte sich auch dort der Abstand.

Der SPD-Landesvorsitzende, Ministerpräsident Erwin Sellering, räumte ein, dass seine Partei ihr Wahlziel einer rot-grünen Mehrheit klar verfehlt habe. Für die SPD sei das Erreichte ein Ergebnis, das nach den Umfragen der letzten Wochen zu erwarten war, sagte er.

Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Schweriner Landtag, Helmut Holter, forderte die SPD auf, neu über ein rot-rot-grünes Bündnis nachzudenken. „Die SPD steht vor der Frage, ob sie eine linke Koalition will“, sagte Holter der Nachrichtenagentur dpa. „Sie muss sich in den nächsten Tagen die Frage stellen, aber auch grundsätzlich, ob sie künftig ein solches Bündnis ausschlagen will.“ Sonst bleibe eine konservative Regierung an der Macht. Die SPD lehnt eine Koalition mit der Linken auf Bundesebene bisher kategorisch ab.

Die Grünen und die FDP reagierten enttäuscht auf den Wahlausgang.
Die Grünen-Landesvorsitzende Claudia Müller sagte: „Bündnis 90/Die Grünen haben ihr wichtigstes Wahlziel, Schwarz-Gelb durch Rot-Grün abzulösen, nicht erreicht. Warum wir diese Niederlage einstecken müssen, werden wir in den kommenden Tagen und Wochen zu untersuchen haben.“ Für die FDP analysierte deren Spitzenkandidat Hagen Reinhold: „Fehler sind schon gleich nach der letzten Bundestagswahl gemacht worden“, sagte er. „Wir hatten einen holprigen Start in der Regierung und auch die Personaldebatten in der Partei haben Spuren hinterlassen.“ Er war der einzige FDP-Bundestagsabgeordnete aus dem Nordosten.

Angela Merkel bedankte sich bei den CDU-Anhängern in ihrem vorpommerschen Wahlkreis. Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) zeigte sich bei einer Wahlparty in der Hansestadt überzeugt, dass der Stimmenzuwachs der Christdemokraten auf das Konto der Kanzlerin geht. „Es ist ihre Art Brücken zu bauen und zu vermitteln“, sagte er.

Zittern und Bangen bei den rund 100 Teilnehmern der Wahlparty der eurokritischen AfD in Güstrow - wohl vergeblich. Nach den ersten Hochrechnungen lag sie bei 4,9 Prozent, im Verlauf des Abends sanken die Werte jedoch.