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Mecklenburg-Vorpommern Selmsdorf plant siebtes Wohngebiet

Von Steffen Oldörp/zvs | 18.06.2011, 02:18 Uhr

An der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein entstehen Wohngebiete am laufenden Band.

Zumindest die Gemeinde Selmsdorf setzt vor den Toren der Hansestadt Lübeck weiter auf Wachstum. Die Kommune bekommt ihr siebtes Wohngebiet. Auf dem Gelände des zurzeit noch bestehenden Transportunternehmens Kobarg - an der Kreuzung B104/B105 - sind bis zu 150 Häuser geplant. "Die vorhandenen Wohngebiete sind alle erschlossen. Verfügbares Bauland gibt es nicht mehr in

Selmsdorf", sagte Regionalplaner Martin Hufmann bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Ziel der Planung sei es gewesen, ein Wohngebiet zu entwickeln, das sich von anderen im Landkreis abhebe. Kleine Grundstücke waren deshalb tabu. "Die Grundstücke müssen mindestens 700 Quadratmeter groß sein", so Hufmann.

Da bis zu 150 bebaute Grundstücke auf einmal allerdings zu viel sind, wurde das Baugebiet in vier Bereiche geteilt. Zwei Bereiche an der B105 für 55 bis 60 Häuser sollen parallel erschlossen werden. Der dritte und vierte Bauabschnitt je nach Bedarf bzw. nach erfolgtem Verkauf der Bauabschnitte eins und zwei. Von dem zehn Hektar großen Bauland soll rund die Hälfte grün bleiben. "Das ist unüblich", sagt Hufmann. Normal sei ein Verhältnis von 70 Prozent Bauland und 30 Prozent Grün- und Verkehrsflächen.

Wer in Selmsdorf bauen möchte, sollte allerdings einige Dinge wissen: Erlaubt werden nur Häuser mit maximal zwei Geschossen. "Um zu hohe Sprünge der Häuser nebeneinander zu vermeiden", erklärt Hufmann. Aufgrund dieser Vorgabe kommen Bungalows mit einem flachen Dach zum Beispiel nicht in Frage. Ein zweigeschossiges Haus mit einem Flachdach dagegen schon.

Der Baubeginn war ursprünglich mal für Anfang 2011 geplant. Jetzt sollen die Bagger in etwas mehr als einem halben Jahr anrollen. Im August vergangenen Jahres hatte es wegen des Baugebietes noch heftigen Streit gegeben. So soll Bürgermeister Detlef Hitzigrat (parteilos) den Vertrag mit Grundstückseigentümer Jürgen Kobarg im Alleingang unterschrieben und niemanden über den Notartermin informiert haben, kritisierten Gemeindevertreter damals.

Sein Stellvertreter Christian Albeck war zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung im Urlaub - ein Vertreter des Amtes Schönberger Land soll nicht hinzugezogen worden sein. Genauso wenig wie die zweite Stellvertreterin, Manuela Scherlipp. Dadurch war der zwischen Hitzigrat und Kobarg geschlossene Vertrag nicht rechtskräftig.

Noch in diesem Monat sollen übrigens Erschließungsarbeiten für das Wohngebiet in der Dr.-Leber-Straße beginnen - das sechste Wohngebiet in der zweitjüngsten Gemeinde des Landes.