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Pädagogische Qualifizierung in MV Seiteneinsteiger auf die Schulbank

Von Birgit Sander | 05.02.2019, 15:18 Uhr

Quereinsteiger im Schuldienst sollen in kompakten Schnellkursen auf ihre Tätigkeit vorbereitet werden. Der Linksfraktion reicht das nicht, sie fordert ein Referendariat.

46 Quereinsteiger in den Schuldienst Mecklenburg-Vorpommerns sollen ab Anfang März selbst auf die Schulbank. Das Bildungsministerium will Frauen und Männern ohne Lehrbefähigung, die im Laufe des Schuljahres eingestellt wurden, das pädagogische Rüstzeug für die Arbeit in der Schule vermitteln, wie ein Sprecher am Dienstag mitteilte. Dazu zählten allgemeine Didaktik und Unterrichtsplanung, Lehren und Lernen sowie Schulrecht.

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Diese sogenannten Kompaktkurse sind laut Ministerium Teil der einjährigen grundlegenden pädagogischen Qualifizierung, die berufsbegleitend erfolgt. In diesem Schuljahr werde sie von 192 Lehrkräften ohne Lehrbefähigung absolviert. Sie besuchen neben ihrem Unterricht im 14-tägigen Rhythmus Seminare und Veranstaltungen des Instituts für Qualitätsentwicklung (IQ M-V).„Der Seiteneinstieg an den Schulen gleicht einem Sprung ins kalte Wasser“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD). Nicht nur der Arbeitsort sei neu, die Tätigkeit sei es auch.

Linksfraktion fordert Referendariat für Quereinsteiger

Die Linksfraktion im Landtag fordert anstelle der Kompaktkurse ein Referendariat für Quereinsteiger. Fraktionschefin Simone Oldenburg sagte, die Quereinsteiger brauchten eine pädagogische Ausbildung, damit sie auch Lehrerinnen und Lehrer mit einem anerkannten Berufsabschluss sein könnten. Warum die Bildungsministerin ihnen ein Referendariat versage, obwohl dies gesetzlich möglich sei und Plätze vorhanden seien, bleibe deren Geheimnis.