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Schwerin Schweriner Nordumgehung gefährdet Vogelschutzgebiet

Von Timo Weber | 22.09.2011, 09:07 Uhr

Mit dem zweiten Bauabschnitt der Nordumgehung der Landeshauptstadt könnte die neue Trasse der Bundesstraße 106 ein sensibles Vogelschutzgebiet bzw.

ein so genanntes Flora-Fauna-Habitat-Areal, kurz FFH-Gebiet, queren. Daran, dass der sieben Kilometer lange Abschnitt zwischen der B 106 und der A 14 gebaut wird, lässt das Schweriner Verkehrsministerium keinen Zweifel: "Der zweite Bauabschnitt der nördlichen Ortsumgehung von Schwerin ist im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans enthalten", heißt es. Die Frage ist offenbar nur noch, wo genau die vierspurige Straße gebaut wird.

Brücken-Plan mit "horrenden Kosten"

Strittig ist dabei die Streckenführung zwischen Carlshöhe und Wickendorf und Rampe. Denn in diesem Bereich - dem Zusammenschluss von Schweriner Innen- und Außensee - gibt es als vorhandene Querungsmöglichkeit nur den schmalen Paulsdamm. Die Pläne, diesen auszubauen, haben bereits die Umweltschützer aufgeschreckt. "Die Hürden für eine Umgehung über den Paulsdamm liegen sehr hoch", sagt Arndt Müller vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) zurückhaltend. Zahlreiche seltene Vogelarten nisten in diesem Bereich.

Die Planer vom Schweriner Straßenbauamt prüfen deshalb auch die Variante einer Seebrücke nördlich des Paulsdammes. Allerdings bringt das nach Schätzungen von Müller "horrende Kosten" mit sich. Und dort befindet sich ein offizielles Vogelschutzgebiet. Die Wahrscheinlichkeit, dass dort gebaut werden kann, halten selbst die Fachleute vom Straßenbauamt für gering. "Die Einschnitte wären mit dieser Variante gravierender als am Paulsdamm", sagt Dezernent Wilfried Schubert.

Dennoch bleiben nach wie vor beide Varianten auf der Tagesordnung. Letztlich sollen "tiefste Untersuchungen Grundlage für die richtige Entscheidung" sein, so Schubert. Derzeit befinde man sich ja noch in einem frühen Planungsstadium. Voraussichtlich zum Jahresende soll ein reguläres Raumordnungsverfahren eröffnet werden.