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Lösungen für Schwerins Brachflächen Schwerin sucht Denkmal-Investoren

Von Juliane Haendschke | 05.09.2011, 11:19 Uhr

Für Brachflächen, mit Brettern vernagelte Schandflecke und ganze leer stehende Areale sucht die Landeshauptstadt Ideen und vor allem Investoren.

Für Brachflächen, mit Brettern vernagelte Schandflecke und ganze leer stehende Areale sucht die Landeshauptstadt Ideen und vor allem Investoren. Das dritte Schweriner Immobilien-Forum brachte Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff zufolge etwas Schwung in die Sache. "Ich freue mich über das Engagement der Investoren", sagt er. "Die Landeshauptstadt bietet Bauherren und Investoren eine enge Zusammenarbeit an, damit die einzelnen Projekte zu einem Erfolg für alle Beteiligten werden." Etwa 60 Branchenvertreter aus der Schweriner Immobilien-Elite, aus Hamburg, Brandenburg und Sachsen-Anhalt kamen und brachten neue Ideen mit - vor allem zum diesjährigen Schwerpunkt Denkmalschutz.

Bei einer Busrundfahrt verschafften sich die Teilnehmer einen Überblick über den Stand und noch bestehende Lücken in der Landeshauptstadt. Schwerins größtes Baugebiet Am Mühlenscharrn zeugt mit 260 Wohneinheiten auf 30 Hektar von der wachsenden Attraktivität der Stadt als Wohnort - besonders bei jungen Familien. Gleich daneben stampft ein Immobilien-Unternehmen ein neues Dienstleistungszentrum aus dem Boden. Ärzte, Einzelhandel, Büroräume ergänzen das Wohngebiet Am Mühlenscharrn. "Wir schaffen die Grundlagen, um junge Menschen in die Stadt zu bekommen oder dort zu halten", sagt Friedersdorff. Es sei ein Schritt, um vor allem Fachkräften ein angenehmes Wohnumfeld bieten zu können.

In den vergangenen Jahren ist auch in der Innenstadt jede Menge passiert - "dank des Engagements vieler Investoren", sagt Friedersdorff. Dennoch klaffen in der Altstadt weiter Investitionslücken. Beispiel Schlossstraße 10-12. Für das ehemalige "Hotel du Nord" scheint die Stadt mit einem Interessenten in Verhandlungen zu stehen, endgültig in Sack und Tüten sei aber noch nichts, heißt es. Anders am Großen Moor 2−6, ehemaliger Sitz der Stadtverwaltung. Dort sind bereits die Handwerker aktiv. Im August 2012 sollen laut Plan des Investors 17 Wohnungen schlüsselfertig sein. Auf das größte Interesse bei den Branchenvertretern stießen die weit reichenden Pläne Schwerins, um den Ziegelsee herum einen völlig neuen Stadtteil entstehen zu lassen. Der Bau der Promenade entlang des Ostufers soll im kommenden Jahr beginnen und die Grundlage für weitere Investitionen legen.

Nach der Rundtour steckten Investoren, Projektentwickler, Bauunternehmer, Architekten und Makler in den Räumen des Kunst-Wasser-Werks die Köpfe zusammen. Sie diskutierten über das Thema Denkmalschutz von steuerrechtlicher und finanzieller Seite. Auch die Chance der Landeshauptstadt, auf die Vorschlagsliste als Weltkulturerbestätte zu gelangen, wurde thematisiert. Das Forum endete am Wochenende mit neu geknüpften Kontakten und Ideen.

Die Landeshauptstadt kündigte an, auch im kommenden Jahr alle Fachleute der Branche zum vierten Immobilienforum einzuladen.