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Sportplatz-Konzept wackelt Schwerin kämpft um Fußballzentrum

Von Juliane Haendschke | 26.09.2011, 10:31 Uhr

Die Pläne der Stadt für das Fußballzentrum Lankow geraten ins Schlingern. Einerseits verweigerte das Innenministerium eine Kreditgenehmigung. Andererseits gibt es eine Initiative des Fanclubs.

Die Pläne der Stadt für das Fußballzentrum Lankow geraten ins Schlingern. Einerseits verweigerte das Innenministerium eine Kreditgenehmigung der für die Planung benötigten finanziellen Mittel in Höhe von etwa 380 000 Euro aufgrund der maroden Haushaltslage der Landeshauptstadt. Andererseits gibt es eine Initiative des Fanclubs des Fußballvereins SG Dynamo Schwerin, den Fußballplatz Paulshöhe erhalten zu wollen.

In der Konsequenz bat die Stadt erneut alle Fußballvereine an einen Tisch. Für Dezernent Dieter Niesen (SPD) ist eigener Aussage nach klar, dass das Projekt Fußballzentrum Lankow nur im geschlossenen Einvernehmen mit allen betroffenen Vereinen durchzusetzen ist. "Wenn bei diesem Vorhaben einer der beteiligten Vereine ausschert, kommt keine Investition zu Stande", sagt auch Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke). "Wir werden den Sportplatz Paulshöhe allerdings nicht ohne eine akzeptable Alternative für die SG Dynamo schließen." Schwerin wollte das Areal ursprünglich aus Kostenersparnis nur bis zum Jahresende 2013 unterhalten.

Die Fans der SG Dynamo hatten sich auf der jüngsten Sitzung des Sportausschusses für die weitere Nutzung der Paulshöhe ausgesprochen. Von dessen geplanter Schließung hätten sie eigener Aussage nach erst vor Wochen erfahren. Allerdings hatten Dynamo-Vertreter seit Monaten mit der Verwaltung über Alternativen für Paulshöhe verhandelt. Laut Niesen waren sie bereit, am Projekt Fußballzentrum Lankow mitzuziehen.

Mehr als ein Jahr hatten Stadtpolitik, Verwaltung und Vereine an einem Sportplatz-Konzept gearbeitet und sich am Ende für ein Fußballzentrum in Lankow entschieden. "Es war ein intensiver Prozess", sagt Niesen rückblickend. "Das Ergebnis dürfen vereinsinterne Querelen nicht zerstören."

Im Jahr 2012 sollen voraussichtlich 1,5 Millionen Euro in einen Kunst- und einen Naturrasenplatz gesteckt werden, wie die Verwaltung mitteilt. Das Sportplatz-Konzept ist bis ins Jahr 2018 angelegt. Um den Unterhalt der Schweriner Sportflächen so kostengünstig wie möglich zu gestalten, soll der Leistungssport in Lankow konzentriert werden. In der Folge sollen die Plätze auf der Krösnitz, der Paulshöhe und in Görries geschlossen werden, so die Planung. Hingegen sollen die Felder auf dem Großen Dreesch, in Neumühle, im Lambrechtsgrund und der Friesensportplatz erhalten bleiben und Stück für Stück saniert werden. Das betrifft voraussichtlich Umkleiden, Parkplätze und die Infrastruktur.