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Alt Tellin Schweinezuchtanlagen-Bau kann starten

Von dpa | 25.08.2011, 10:34 Uhr

Der Bau der umstrittenen Schweinezuchtanlage in Alt Tellin kann endgültig beginnen. Der Investor habe die Sicherheitsleistung von 769 000 Euro hinterlegt und damit die letzte Auflage erfüllt.

Der Bau der umstrittenen Schweinezuchtanlage in Alt Tellin (Kreis Demmin) kann endgültig beginnen. Der Investor habe die fehlende Sicherheitsleistung von 769 000 Euro hinterlegt und damit die letzte Auflage erfüllt, sagte am Mittwoch ein Sprecher des staatlichen Umweltamtes in Neubrandenburg. Für rund 20 Millionen Euro sollen in Alt Tellin sechs Ställe entstehen, in denen 10 500 Muttersauen gehalten werden. Dazu kämen 36 000 Ferkel. Es wäre die größte Schweinezuchtanlage im Nordosten. Umweltverbände haben das Vorhaben mehrfach als "Massentierhaltung" kritisiert und eine Genehmigung verhindern wollen. Eine Bürgerinitiative befürchtet Lärm und Gestank, das Dorf hofft auf neue Arbeitsplätze. Die Grünen wollten an diesem Mittwoch in Rostock und Samstag in Alt Tellin gegen den Bau demonstrieren. Dazu werde in dem Dorf auch Parteivorsitzende Claudia Roth erwartet, hieß es.

Der Bau der Anlage ist seit Jahren umstritten. Umweltverbände kritisierten immer wieder die Größe der Anlage. Sie bezweifeln zudem, dass im Brandfall Tiere und Menschen rechtzeitig gerettet werden könnten. Das Umweltamt sah aber keine Veranlassung, dem Landwirt die Baugenehmigung deshalb zu versagen. Es sei großer Wert auf vorbeugenden Brandschutz gelegt worden, damit es gar nicht erst zu solchen Großbränden komme, betonte Amtsleiterin Christa Maruschke immer wieder.

Der Bau an der Stelle einer alte Stallanlage sollte ursprünglich bereits im Frühjahr beginnen, wurde jedoch verschoben, da der Investor noch die Sicherheitsleistung hinterlegen musste. Damit soll abgesichert werden, dass die Anlage bei Nichtfertigstellung - bei einer eventuellen Insolvenz des Bauherrn - auch wieder abgerissen werden kann. Derzeit laufen Vorbereitungsarbeiten. So wurde ein Bauzaun mit Amphibienschutz wegen der Frösche und Lurche gezogen, eine Baustraße wird gelegt.

Im Streit um die Anlage waren auch Scheiben der Gaststätte zerstört worden, die der Bürgermeister des Dorfes und Anlagen-Befürworter Frank Karstädt betreibt. Der Vorfall wurde nicht aufgeklärt. Investor für die Anlage ist die Straathof Holding Gladau (Sachsen-Anhalt), die in Ostdeutschland nach eigenen Angaben sieben Anlagen mit 165 Beschäftigten betreibt, zwei davon im Nordosten in Fahrbinde (Kreis Ludwigslust) und Medow (Ostvorpommern).