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Schweriner Landgericht Schwanger nach Vergewaltigung

Von AFRO | 22.09.2016, 20:55 Uhr

Zwei Jahre Haft für den Täter, der sein Opfer schon einmal missbraucht hatte

Im ungewohnten schwarzen Anzug und dem viel zu weiten weißen Hemd hatte der Angeklagte auch am letzten Tag des Prozesses versucht, dem Gericht Respekt zu zollen. Der Gelegenheitsarbeiter hatte gestanden, 2013 eine damals 33-jährige Bekannte in deren Wohnung im Schweriner Stadtteil Großer Dreesch vergewaltigt zu haben. Unter einem Vorwand war er eines Nachmittags bei ihr vorbeigekommen. Nachdem er eine Freundin der Frau, die dort zu Besuch war, quasi aus der Wohnung herausgeekelt hatte, zwang er die Bekannte zum Sex. Neun Monate später brachte sie einen Sohn zur Welt.


Zu Schmerzensgeld verpflichtet

Wegen Diebstahls, im Bekanntenkreis verübter Körperverletzung und mehrfachen Schwarzfahrens stand der Angeklagte immer wieder vor Gericht. 2008 wurde er zu gut drei Jahren Gefängnis wegen einer weiteren Vergewaltigung verurteilt, die er auch verbüßte. All diese Vorstrafen ließen sogar seine Bewährungshelferin, die vor Gericht als Zeugin gehört wurde, daran zweifeln, dass er künftig ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten leben kann. Eine Gutachterin attestierte, dass der Angeklagte „lernbehindert“, aber keineswegs schwachsinnig sei. Sie sah keinen Grund, an seiner Schuldfähigkeit zu zweifeln.