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Die Bahn rüstet sich für den Winter Schneeschleuder wartet auf Arbeit

Von Ralph Sommer, dapd | 06.11.2012, 06:51 Uhr

Mit schwerer Räumtechnik, heizbaren Weichen und 4000 Einsatzkräften will Die Bahn im bevorstehenden Winter einen reibungslosen Fahrplanablauf sichern und längere Verspätungen verhindern.

Mit einem noch nie da gewesenen technischen, personellen und organisatorischen Aufwand hofft die Deutsche Bahn, im bevorstehenden Winter einen weitgehend reibungslosen Fahrplanablauf sichern und witterungsbedingte längere Verspätungen verhindern zu können. "Wir haben uns im Nordosten Deutschlands mit schwerer Schneeräumtechnik und zusätzlichen Einsatzkräften für einen harten Schneewinter gewappnet", sagte Bahnsprecher Burkhard Ahlert gestern in Stralsund. In der von Schneeverwehungen besonders bedrohten Küstenregion seien allein in technische Nachrüstungen mehrere Millionen Euro investiert worden.

Neben Schneepflügen in Rostock und Stralsund sowie einer leistungsstarken Schneefräse in Stralsund werde erstmals auch in Pasewalk ein Schneepflug stationiert, sagte der zuständige Arbeitsgebietsleiter der DB Netz AG, Bernd Schönberg. Ein weiterer Schneepflug sowie zwei schwere Bahnmotorwagen mit Schneefräsen und Bürsten könnten kurzfristig aus Berlin angefordert werden. Die Räumtechnik sei binnen weniger Stunden einsatzbereit, sagte der zuständige Einsatzleiter in Stralsund, Heinz-Dieter Horack.

Notfallmanager, die per Handy von meteorologischen Diensten über bevorstehende Wetterkapriolen informiert würden, könnten bis zu 2800 Räum- und 1200 Sicherungskräfte im Bahnregionalbereich Ost alarmieren. "Spätestens zweieinhalb Stunden danach werden schwere Spurloks, Schneepflüge und Schneefräsen an den blockierten Gleisabschnitten mit der Schneeberäumung beginnen können." Die in Stralsund stationierte Schneefräse können sich zum Beispiel mit Tempo 25 den Weg durch 1,5 Meter hohe Verwehungen bahnen.

Darüber hinaus wurden in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin 692 Weichen mit Schneesicherungen nachgerüstet. Die sogenannten Verschlussfachabdeckungen verhindern, dass Weichengestänge durch herabfallende Eisbrocken blockiert werden. Bei 142 Weichen wurde die Heizungsleistung auf 450 Watt fast verdoppelt.

Bundesweit hält die Bahn in diesem Winter über 20 000 Mitarbeiter und Kräfte fremder Dienstleister zum Beispiel aus dem Bau- oder Gärtnereibereich für Schneeräumeinsätze bereit. Die Schneeräumflotte wurde um 11 auf 60 Spezialfahrzeuge aufgestockt. Im Regional- und Fernverkehr stehen flächendeckend 36 Abtauanlagen zum Enteisen von Zügen zur Verfügung.

Alle 48 000 Weichen auf den Strecken mit fahrplanmäßigem Personenverkehr werden beheizt. Mit entsprechenden Abdeckungen wurden 6000 Weichen nachgerüstet, fünfmal mehr als im Winter zuvor.