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Durchforstungsaktion bei Rothen gestoppt Ruhe für Natur im Mildenitztal

Von Michael Beitien | 23.09.2011, 12:32 Uhr

Hoffnung für den Erhalt der urwüchsigen Natur im Mildenitztal. Die bereits für August angekündigte Durchforstung eines der schönsten Durchbruchstäler im Sternberger Seenland bei Rothen wurde gestoppt.

Hoffnung für den Erhalt der urwüchsigen Natur im Mildenitztal. Die bereits für August angekündigte Durchforstung eines der schönsten Durchbruchstäler im Sternberger Seenland bei Rothen wurde gestoppt.

"Wir nehmen es aus der Nutzung heraus", erklärte der zuständige Förster Jochen Erp gestern auf SVZ-Anfrage. Das Tal werde künftig zwischen der Abbruchkante und dem Ufer nicht mehr bewirtschaftet. Erp deutet zu den Hintergründen nur so viel an: Es handelt sich um ein forstlich schwieriges und ein FFH-Schutzgebiet (Fauna-Flora-Habitat). Man habe im Interesse des Gemeinwohls den richtigen Weg gefunden habe.

Christian Lehsten aus Rothen hatte zu Jahresbeginn nach einer Durchforstungsaktion in einem kleinen Abschnitt an der Mildenitz im Bereich des Botterkamps Alarm geschlagen. "Dort wurden vom privaten Waldbesitzer Bäume gefällt und ein Chaos hinterlassen, das aussieht, als ob in dem schönen Tal ein Krieg getobt hat", so Lehsten damals. Er hatte das zuständige Forstamt und den Förster darüber informiert, ebenso das Landratsamt und die Naturparkverwaltung Sternberger Seenland. Die hatten sich die Situation vor Ort angeschaut und meinten, dass der Waldbesitzer rein rechtlich nicht belangt werden kann.

Waldbesitzer Christian von Burgs dorff erklärte im Frühjahr gegenüber SVZ: "Wir haben normale Forstwirtschaft betrieben." In solche schwierigen Bestände wie im Mildenitzal gehe man selten hinein. Der Wald werde durchforstet, damit er wachsen kann.

Ein Sprecher der Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim bestätigte dieser Tage noch einmal, dass dem Waldbesitzer von der rechtlichen Seite nichts vorzuwerfen war.

Mittlerweile wurden weitere Bäume im Mildenitztal zwischen dem bereits durchforsteten Abschnitt bis zur Rothen Mühle angezeichnet. Und für den August war die nächste Holzungsaktion angekündigt, wusste Christian Lehsten. Doch die wurde gestoppt.

Wie SVZ-Recherchen ergaben, deutet sich für die Region eine außergewöhn liche Einigung im Interesse des Naturschutzes an. Das Tal an der alten Mildenitz, das in einem europäischen Schutzgebiet liegt, könnte dadurch künftig von jeglicher Bewirtschaftung ausgeschlossen werden und sich zurück zu einen Urwald entwickeln.

Volker Brandt, Chef des Naturparks Sternberger Seenland, würde eine solche Lösung begrüßen. "Ich finde es gut, dass Ruhe ins Tal kommt und eine wertvolle Landschaft erhalten bleibt und man Naturprozesse beobachten kann."