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Zweitgrößter Anbaubetrieb für Tafeläpfel in MV Rostocker Obstbauer testet neue Apfelsorten

Von dapd/zvs | 25.02.2011, 11:21 Uhr

Die Rostocker Obst GmbH testet neue Apfelsorten. Neuzüchtungen wie Red Topaz und Santana erzielten bereits gute Verkaufserfolge, sagte Geschäftsführer Czechl am Donnerstag.

Die Rostocker Obst GmbH testet neue Apfelsorten. Neuzüchtungen wie Red Topaz und Santana erzielten bereits gute Verkaufserfolge, sagte Geschäftsführer Martin Czechl am Donnerstag. Jetzt bemühe er sich um weitere sogenannte Klubsorten von europäischen Züchtern, für die allerdings Lizenzgebühren pro Baum bezahlt werden müssten. So könnten künftig auch Äpfel der Sorten Kanzi und Modi in Rostock geerntet werden. Weiterhin beliebt bei den Kunden seien auch die Sorten Elstar und Jonagold.

Das Unternehmen am Stadtrand von Rostock ist mit derzeit knapp 200 Hektar Plantagen nach der Boddiner Obst GmbH in Wittendörp einer der größten Produzenten von Tafeläpfeln in Mecklenburg. Im vergangenen Jahr wurden 3 800 Tonnen Äpfel geerntet, die meisten als Tafelobst zum Direktverzehr. 2011 erwartet Czechl ein gutes Apfeljahr, er hofft auf einen Ertrag von bis zu 4 000 Tonnen. "Wir können schon die vielen Anlagen der kommenden Obstblüten erkennen. Alles sieht bisher sehr gut aus", erklärt der gebürtige Thüringer, der seit elf Jahren das Unternehmen leitet. 1967 hat der heute 57-Jährige dort Gärtner für Obstbau gelernt. Das Unternehmen Rostocker Obst wird 20 Jahre alt.

Künftig will er pro Hektar deutlich mehr Äpfel ernten, statt 290 Dezitonnen sollen es bis zu 400 Dezitonnen sein. Dafür sei eine Bepflanzung mit höheren Obstbäumen angedacht, das erfordere jedoch auch neue Erntetechnik, sagte Czechl.

Die Rostocker Obst GmbH koordiniert auch das 2010 vom Landwirtschaftsministerium initiierte Schulobstprogramm. Schüler an 126 Grund- und Sonderschulen Mecklenburg-Vorpommerns erhalten derzeit täglich einen Apfel. Der Jahresbedarf beläuft sich damit auf 120 Tonnen. Das Programm, das den Kindern eine gesunde Ernährung garantieren soll, ist zunächst auf drei Jahre begrenzt.

Das Unternehmen Rostocker Obst wird 20 Jahre alt. Gestern gab es einen kleinen Empfang für offizielle Gäste. Erst wenn sich die vor 74 Jahren gegründete Anlage in ein Farbenmeer verwandelt, dann feiern die Mitarbeiter ihr Jubiläum - es soll ein Hoffest werden, ein Obstblütenfest. Rostocker Obst in den zurückliegenden Jahren einen guten Ruf erarbeitet: Zweitgrößter Anbaubetrieb für Tafeläpfel in Mecklenburg-Vorpommern, Lieferant eines renommierten Herstellers von Babynahrung in Deutschland, der erlesenes Qualitätsobst braucht, verlässlicher Partner mehrerer Handelsketten. Über 20 Ehrungen hat der Betrieb bei Gartenbauausstellungen und anderen Branchenwettbewerben für seine Apfelkulturen erhalten - auch Gold- und Silbermedaillen der IGA 2003 und der Bundesgartenschau 2009. Äpfel aus Rostock gibt es in Berlin, im Bundesland Brandenburg und auch in Supermärkten sowie Hotels in allen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns.