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Rostock Rostock schließt drei Ortsämter

Von Stefan Homann | 20.11.2008, 10:37 Uhr

2010 wird Rostock drei Ortsämter zuschließen - für immer. Die Stadt will so nach einem jetzt gefassten Beschluss der Bürgerschaft 14 Stellen und 200 000 Euro pro Jahr vor allem durch sinkende Mietkosten sparen. Fünf Ortsamtsbereiche werden bleiben. Die Standorte der neuen Ämter sind allerdings noch unklar.

"Geschlossen" - das wird spätestens 2010 an drei Ortsämtern in Rostock stehen. Die Bürgerschaft hat den Behörden in einem jetzt gefassten Beschluss eine Schlankheitskur verordnet. Nur fünf Bereiche sollen demnach übrig bleiben, drei Standorte aufgegeben werden.

Die Stadtverwaltung rechnet mit Einsparungen von 200 000 Euro pro Jahr, vor allem wegen sinkender Mietkosten. Zudem würden den Angaben zufolge nur noch 43 statt bisher 57 Mitarbeiter benötigt. Die Folgen für alle Rostocker: weitere Wege und längere Wartezeiten. "Wir sind mitverantwortlich für die Haushaltskonsolidierung, auch wenn das nicht unbedingt zu Verbesserungen führt", sagt Johann-Georg Jaeger, Vorsitzender der Fraktion Bündnis 90. Diese stimmte der Reduzierung ebenso zu wie CDU und SPD. Protest kam von der Linkspartei und dem Rostocker Bund. "Acht Ortsämter sind ein Sonderweg. Aber ein besonders guter", sagte Links-Fraktionschef Steffen Bockhahn.

Wo die neuen fünf Ämter stehen werden, ist noch offen. Fest steht bisher nur, dass Rostock das Gebäude in der Lütten Kleiner Warnowallee, in der das bisherige Ortsamt sitzt, aufgeben will. Ebenso soll der Mietvertrag für den Neuen Markt 3 auslaufen, in dem die Behörde für Stadtmitte, die Kröpeliner-Tor-Vorstadt und Brinckmansdorf untergebracht sind.

Festhalten will Rostock am Aufgabenspektrum der Ämter, wie es im Konzept "Ortsamt 2000" steht: Pass- und Meldewesen, Service, Geschäftsführung der Ortsbeiräte und Konfliktmanagement im Stadtteil. Dafür verzichtete die Stadt auf viel drastischere Einschnitte, die etwa die Gutachter von Veberas gefordert hatten. Sie wollten das Personal auf 33,5 Stellen streichen. 2007 war dann von nur einem zentralen Bürgerbüro in der Südstadt die Rede.

Beim jetzt beschlossenen Modell von fünf Anlaufstellen soll die Fahrtzeit mit Bussen und Bahnen für alle Rostocker maximal 20 Minuten betragen. Zudem werden sich die Bürger an alle Behörden wenden können, nicht nur für die, die für ihren Wohnort eigentlich zuständig ist. Und auch über flexiblere Öffnungszeiten denken Politiker schon nach: "Warum kann ein Ortsamt nicht auch mal bis 20 Uhr geöffnet haben?", sagt Steffen Wandschneider (SPD).