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Weihnachten im Gefängnis Rippenbraten hinter Gittern

Von THVO | 22.12.2016, 05:00 Uhr

1030 Häftlinge erleben in diesem Jahr die Weihnachtstage in einem der fünf Gefängnisse in Mecklenburg-Vorpommern

Frohes Fest? 1030 Gefangene in Mecklenburg-Vorpommern müssen Weihnachten hinter Gittern verbringen. „Für viele ist das eine schwierige Situation“, sagt Jens Kötz, Sprecher der Justizvollzugsanstalt Bützow. Die Härte einer Freiheitsstrafe werde für die Gefangenen in dieser Zeit besonders spürbar.

Die fünf Vollzugsanstalten im Land haben sich seit Wochen auf Weihnachten vorbereitet. Überall finden auf den Stationen Weihnachtsfeiern statt. Kleine geschmückte Weihnachtsbäume stehen in den Gängen. Plätzchen werden gebacken.

Besonderheiten sind an diesen Tagen die großzügigeren Besuchsregelungen. „Die Anstalt in Bützow richtet 60 Besuchsplätze für Strafgefangene und 20 für Untersuchungsgefangene ein, so dass mehr Insassen als sonst Besuch von ihren Familien bekommen können“, erklärt der Sprecher des Justizministeriums, Tilo Stolpe.

Geschenkpakete sind nicht erlaubt. Grund: In Paketen wurde massiv geschmuggelt, und für genaue Kontrolle fehlt das Personal. Die Besucher können stattdessen in den Anstalten Geschenke für ihre Angehörigen kaufen.

Beliebt seien zum Fest Turniere. „Die Anstalt in Neubrandenburg hat beispielsweise für Heiligabend ein Skatturnier und am zweiten Weihnachtstag ein Dartturnier angesetzt“, berichtet der Ministeriumssprecher.

Weihnachtlich traditionell ist wie jedes Jahr auch der Speiseplan. Kartoffelsalat mit Bockwurst gibt es Heiligabend in Waldeck, Neustrelitz, Stralsund und Neubrandenburg. Nur in Bützow steht Eierragout auf dem Plan. Am ersten Feiertag bekommen die Bützower Insassen Grillhähnchen mit Rotkohl und Kartoffeln, in Stralsund, Neubrandenburg und Waldeck wird Entenkeule zubereitet. Am zweiten Weihnachtstag gibt es dort Mecklenburger Rippenbraten.

Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) wird am Heiligabend die Justizvollzugsanstalt Waldeck besuchen. Sie sieht in der Pflege der Weihnachtstradition in Gefängnissen einen wichtigen Faktor der Resozialisierung: „Tradition bedeutet Besinnung auf Werte, die in unserer Gesellschaft wichtig sind. Ein straffreies Leben gehört dazu.“