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Ozeaneum Stralsund Rettung durch Fusion

Von Martina Rathke | 15.12.2016, 11:45 Uhr

Meeresmuseum und Ozeaneum sollen zusammengelegt werden – damit könnte eine drohende Insolvenz abgewendet werden

Die beiden größten Museen in Mecklenburg-Vorpommern, das Stralsunder Ozeaneum und das Meeresmuseum, sollen fusionieren. Der Verwaltungsrat der Stiftung Deutsches Meeresmuseum habe gestern die Zusammenlegung entsprechend dem Sanierungskonzept befürwortet, sagte ein Sprecher. Das Direktorium des Meeresmuseums wurde zudem mit der Vorbereitung der Zusammenlegung beauftragt.

Wie aus dem Sanierungskonzept hervorgeht, soll der Zusammenschluss möglichst noch 2017 vor der 30 Millionen schweren Sanierung des Meeresmuseums vollzogen werden. Die 63 Mitarbeiter des Ozeaneums würden demnach künftig wie ihre 55 Kollegen im Meeresmuseum nach Tarif des Öffentlichen Dienstes (TVÖD) bezahlt. Ihnen drohen aber dem Sanierungskonzept zufolge während der umbaubedingten Schließung des Meeresmuseums auch zeitweise Entlassungen. Laut Sanierungskonzept wird in der Bauphase eine „rollierende Freistellung“ der nicht benötigten Mitarbeiter erwogen. Würden alle Mitarbeiter von Ozeaneum und Meeresmuseum daran beteiligt, könnte – so heißt es – verhindert werden, dass diese länger als zwölf Monate arbeitslos würden und somit in Hartz IV abrutschen. Eine zweite Option: Die Zahlung von Kurzarbeitergeld. Dies müsste dann bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt werden.

Der Bundestags-Haushaltsausschuss hatte Mitte November der Zusammenlegung zugestimmt. Der Bund ist neben Land und Stadt Zuwendungsgeber für die Stiftung. Der Ausschuss sieht einen solchen Zusammenschluss als „zweckmäßigste und wirtschaftlichste Option, um die dauerhafte Sicherung des Betriebs beider Häuser zu ermöglichen“. Mit einer Fusion soll laut Sanierungskonzept auch eine mittelfristig drohende Insolvenz der Stralsund Ozeaneum GmbH abgewendet werden.

Bund und Land hatten den rund 60 Millionen Euro teuren Bau des 2008 eröffneten Ozeaneums gefördert, dies aber unter der Zusicherung, dass für den Betrieb keine öffentlichen Mittel benötigt werden.

In seinem Beschluss macht der Bundestags-Haushaltsausschuss deutlich, dass nach einer Fusion eine Erhöhung der institutionellen Förderung ausgeschlossen ist. Im Jahr 2017 erhält das Meeresmuseum rund 1,1 Millionen Euro vom Bund.

Das Deutsche Meeresmuseum mit seinen vier Einrichtungen zählte 2015 rund 853 000 Besucher. Das Ozeaneum als größte Einrichtung des Meeresmuseums begrüßte 546 000 Besucher. Das Stammhaus in der Stralsunder Altstadt kam auf 198 000 Besucher. Das Natureum auf dem Darß besuchten rund 100 000 Besucher, ins Nautineum kamen rund 9000. Morgen informieren die Museen über die Besucherentwicklung im Jahr 2016.