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Überraschung in Neubrandenburg Prozess um Messerattacke: Angeklagter im Gericht freigelassen

Von Winfried Wagner | 30.12.2019, 14:03 Uhr

Im Prozess um eine lebensgefährliche Messerattacke hat das Landgericht Neubrandenburg den Angeklagten am Montag überraschend auf freien Fuß gesetzt.

Nach dem bisherigen Prozessverlauf sei eher eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung zu erwarten, statt wegen versuchten Totschlags, wie ursprünglich angeklagt, sagte der Vorsitzende Richter. Deshalb hat die Kammer den seit Juni 2019 bestehenden Haftbefehl für den 24-Jährigen gegen Auflagen außer Vollzug gesetzet. Er müsse sich aber zweimal wöchentlich bei der Polizei melden.

17 Zentimeter lange Schnittwunde

Der 24-Jährige soll im Juni einen 33 Jahre alten Bekannten vor einem Einkaufscenter in Neubrandenburg nach einem Streit lebensgefährlich am Hals verletzt haben. Unklar ist noch, ob er dem Opfer gezielt eine etwa 17 Zentimeter lange Schnittwunde zugefügt hat oder ob sich der Angeklagte in einer Art Notwehr gewehrt hat. Der 33-Jährige wurde per Notoperation gerettet. Er könne sich an den Vorfall nicht erinnern, hatte er vor Gericht gesagt. Der Angeklagte hat bisher dazu geschwiegen. Der Prozess wird am 2. Januar 2020 fortgesetzt. Dann sind die Plädoyers geplant.

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