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Hundebesitzer aus Vietlübbe will Wesenstest seiner Rottweiler erzwingen Protest hinter Gittern

Von Michael Schmidt | 12.10.2011, 07:35 Uhr

Einmalig in der Geschichte des Roggendorfer Tierheims: Ein Hundebesitzer hat sich in einem Zwinger eingesperrt. Damit protestiert der Mann dagegen, dass seine zwei Hunde seit zwölf Tagen dort verharren müssten.

In einer beispiellosen Aktion in der Geschichte des Roggendorfer Tierheims hat sich ein Hundebesitzer in einem Zwinger eingesperrt. Damit protestiert der Mann dagegen, dass seine zwei Hunde seit zwölf Tagen dort verharren müssten. Der 66-jährige Oswin Schmitz will mit der Aktion erreichen, dass er seine Hunde wieder mit nach Hause nehmen könne oder die Tiere artgerecht untergebracht werden. "Ich bleibe zur Not so lange im Zwinger bei meinen Hunden, bis ich aufgrund gesundheitlicher Probleme in ein Krankenhaus gebracht werden muss oder eine Entscheidung getroffen wird. Wenn Behörden kurzfristig entscheiden können, mir meine Hunde wegzunehmen, sollten sie auch entscheiden können, dass die Tiere bis zu einem Wesenstest bei mir Zuhause sein können", sagte Oswin Schmitz.

Tierheimleiterin Annette Herbing spricht von einer bislang nie da gewesenen Situation. "Solch eine Aktion hat es hier noch nicht gegeben. Ich hoffe, dass für die Hunde die beste Lösung gefunden wird. Wir stecken in der Zwickmühle", verdeutlichte Annette Herbing.

Anlass für den angestrebten Wesenstest der beiden Hunde ist ein Zwischenfall Anfang Oktober in Vietlübbe. Dort war eine hochschwangere 27-jährige Frau vermutlich in einen Kampf zwischen vier Hunden verwickelt worden. Dabei wurde die Frau nach Angaben der Polizei angegriffen, als sie versuchte, zwei ihrer Hunde zu retten (SVZ berichtete). Die Frau musste anschließend zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht werden. Sie ist nach Polizeiangaben inzwischen wieder wohl auf. Oswin Schmitz’ Tiere sind seit dem Zwischenfall im Tierheim.