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Schwertransport Propeller-Tourismus an der A24

Von ingo | 26.02.2014, 21:30 Uhr

Schwertransport behinderte Verkehr zwischen Berlin und Hamburg

Als Kurt Woltmann im Radio hörte, dass der Schwerlasttransporter mit dem riesigen Schiffspropeller eine Pause auf einem kleinen Rastplatz Gudow an der A 24 einlegt, musste er sofort hinfahren. „Es ist schon außergewöhnlich, dass solch ein Propeller hier ist, denn im allgemeinen werden bei uns nur Module von Windkraftanlagen auf der Autobahn transportiert“, sagt Woltmann, nimmt seine Kamera und fotografiert das riesige Metallstück.

Jörg Mehlhase lässt der Wirbel um seine ungewöhnliche Fracht relativ kalt. Der Kraftfahrer ist des Öfteren mit Transportstücken in Übergröße unterwegs und weiß, dass sich die Menschen für solch e Ladung interessieren. Dieses Mal fährt der 46-Jährige einen 113 Tonnen schweren und 10,30 Meter Durchmesser fassenden Schiffspropeller von Waren in den Hamburger Hafen.

Immer wieder halten auf dem Rastplatz Pkws an, steigen Leute aus und begutachten den Schiffspropeller. „Die Leute wollen den Propeller anfassen, ein Gefühl dafür kriegen“, sagt Mehlhase. Mehrere Kamerateams haben ihn auch schon bei diesem Transport gefilmt und interviewt, fügt er hinzu.

Derweil ist auch Klaus Hahnkow aus Güster auf dem besonderen Parkplatz. „Der Schiffspropeller, aber auch der Tieflader sind einfach bombastisch“, sagt der gelernte Werkzeugmacher. Bei solch einem Teil komme es auf Genauigkeit bei der Herstellung sowie einer guten Nachbearbeitung an, fügt er staunend hinzu. Derweil hat sich Kurt Woltmann etwas von dem Schwerlasttransporter entfernt, um eine „Totale“ zu machen. „Hier hat man eine freie Sicht auf den Propeller, das ist extrem selten“, sagt der Hobby-Fotograf.

In der Nacht zu heute musste der spektakuläre Schwertransport auf der Autobahn 24 seine letzte Etappe bewältigen. Für Autofahrer galt Überholverbot. Und auch in Hamburg wurden für den Transport Verkehrszeichen und Ampeln umgebaut. Die Schiffsschraube soll eines der weltweit größten Containerschiffe antreiben, das derzeit auf einer südkoreanischen Werft gebaut wird.