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Mitglied im neuen „Trauma-Netzwerk“ Plaus Klinik ist unter den Landesbesten

Von Ilja Baatz | 13.09.2011, 11:27 Uhr

Morgen wird die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie im Schweriner Schloss an Vertreter von 14 Kliniken aus MV und Brandenburg ein Zertifikat überreichen.

Morgen wird die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie im Schweriner Schloss an Vertreter von 14 Kliniken aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ein Zertifikat überreichen, das sie als Bestandteil des an diesem Tag neu gegründeten, bundesweit 18. "Traumanetzwerkes" auszeichnet. Sein Ziel ist, die Versorgung von Schwerverletzten durch intensive Zusammenarbeit der ausgesuchten Krankenhäuser zeitlich und fachlich zu optimieren. Aus unserer Region gehört die Plauer Klinik dazu, die seit Herbst 2010 beweisen musste, dass sie als Teilnehmer geeignet ist. Im Dezember war die Zertifizierung sicher.

Die auf Krankenhäuser spezialisierte Mitarbeiterin eines Zertifizierungsunternehmens hatte das Klinikum kontrolliert. Ihr Urteil entschied über den Erfolg der Bewerbung. "Die Bewertung verlief äußerst streng", meint Privat-Dozentin Dr. Angela Dr. Olinger, Leiterin der Unfallchirurgie. Sie wird die Auszeichnung stellvertretend entgegennehmen. Bereits Anfang des Jahres sagte sie: "Niemand wusste, wo wir hingehen, welcher Schrank geöffnet oder in welche Ecke geschaut wird. Es begann mit dem Verfallsdatum der kleinsten Tablettenpackung."

Als schwer verletzt bezeichnen Mediziner einen Menschen, bei dem die Sterbewahrscheinlichkeit über 50 Prozent beträgt und der in der Regel in mehreren Körperregionen verwundet ist. Oder es liegt eine einzige, sehr spezielle Verletzung vor, die ein Überleben akut gefährdet. "Unabhängig davon, dass wir schon allein ein Klinikum mit breitem Spektrum sind, haben alle jetzt starke Partner direkt zur Seite, was die Situation noch einmal erheblich verbessert", sagt die Kaufmännische Direktorin Annette Schäfer. "Bisher bestand zum Beispiel manchmal ein Problem darin, dass man erst einmal herumtelefonieren musste, um einen Patienten für eine noch bessere Behandlung in einem anderen Haus unterzubringen. Das konnte bis zu zwei oder drei Tage dauern. Dies wird sich ändern. Gerade für überregionale Partner besteht jetzt die Verpflichtung, Patienten genannter Art aufzunehmen oder Fachkräfte zur Versorgung zu schicken." Auch die Möglichkeit, in einem Flächenland für deutlich höhere Geschwindigkeit Hubschrauber einzusetzen, könne mindere Qualität in Kliniken nicht heilen.

Dr. Olinger schätzt die Plauer Unfallchirurgie als gut besetzt ein. Im Gegensatz zu den meisten anderen Krankenhäusern halte man hier zum Beispiel sogar Neurochirurgen vor, deren Patienten auch nach einer OP im selben Haus optimal versorgt werden könnten: "Gerade dieser Bereich ist so wichtig, weil bei rund der Hälfte aller Verkehrsunfälle, mit denen wir häufig zu tun haben, Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen die Folge sind." Ihre in Plau geleistete Behandlung befinde sich mit der namhafter Kliniken wie in Rostock und Greifswald hinsichtlich Umfang und Qualität auf einer Höhe.

Die Auswahl belege, dass das hiesige Krankenhaus bei der Versorgung von Schwerverletzten zu den besten in zwei Bundesländern gehört. Die Erstversorgung ist hier in jedem Fall gewährleistet. Dazu gehört neben grundlegender Lebenserhaltung auch "primäre Rekons-truktion" - eine gerade bei schweren Unfällen öfter gefragte Disziplin, auf die sich andere Kliniken gerade für ein späteres Stadium spezialisiert haben.