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Parasiten setzen Großbäumen zu Pilze lassen Eichen in Domsühl sterben

Von Wolfried Pätzold | 04.12.2010, 01:46 Uhr

Das Geräusch einer Kettensäge hat in dieser Woche die Domsühler aufgeschreckt. Mitten im Dorf wurde eine stattliche Eiche plötzlich gefällt. Was ist passiert?

"Es gab keine Alternative. Ich musste den Baum kurzerhand abnehmen lassen", sagt Bürgermeister Heinz Ullmann. Und er fügt hinzu: "Es schmerzt sehr. Ich bin der letzte, der einen Baum grundlos fällen würde".

Was ist passiert? Die Gemeinde lässt im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht regelmäßig die Bäume im Ort von einem Fachmann prüfen. Den Auftrag hat Mario Gurtler, gelernter Forstwirt und ausgebildeter Baumexperte übernommen. In seinem Heimatdorf Domsühl ist damit eine Mamutaufgabe verbunden, denn nicht ohne Grund führt der Ort den Beinamen "Eichendorf". Bürgermeister Heinz Ullmann, der jahrelang in der Landkreisverwaltung für den Schutz der Bäume zwischen Schweriner und Plauer See verantwortlich war, hat vor Jahren den Baumbestand selbst gezählt. "Mit mehr als 140 Eichen ist Domsühl eine Rarität. Die Großbäume, die bis zu 500 Jahre alt sind, prägen den Ort und sind ihr Wahrzeichen", sagt Ullmann.

Umso härter traf auch den Bürgermeister das Ergebnis der Baumkontrolle. "Der Zustand unserer Eichen macht Sorge. Drei Bäume sind so krank, dass sie nicht mehr zu retten sind", meint Mario Gurtler. "Da die Bäume an einer vielbefahrenen Straße und unmittelbar am Gehweg stehen, muss sofort gehandelt werden", sagt Ullmann und hat die Fällung veranlasst. Anfang kommender Woche kommen deshalb zwei weitere Eichen unter die Säge.

Für den Baumexperten ist die Ursache klar. "Blau- und Weißfäule sind unübersehbar. Hallimasch und Ochsenzunge, zwei Pilze, die geschädigte und geschwächte Bäume besiedeln und innerhalb kürzester Zeit abtöten können, haben ganze Arbeit geleistet", ist sich Mario Gurtler sicher. Die Parasiten dringen über verletzte Wurzeln an der Stammbasis ins Holz ein und serzetzes es. "Im Ort wurde viel gebaut, neue Straßen, Gehwege und Leitungen verlegt. Das hat auch bei unseren Bäumen Spuren hinterlassen", bedauert Ullmann und hofft, dass nicht noch mehr Bäume betroffen sind.

Im Frühjahr sollen die Lücken wieder gefüllt werden. "Wir pflanzen auf jeden Fall Ersatz und werden bereits größere Exemplare auswählen", so der Bürgermeister.

Das morsche Holz der gefällten Bäume wird im Lehmbackofen des Pingelhofes landen.