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Eigentümer wartet auf "Ja" zur Nutzungserweiterung Parchimer Tennispark - das Zittern geht weiter

Von Simone Herbst | 23.09.2011, 12:29 Uhr

Die Zitterpartie um Parchims Tennispark ist nicht vorbei: In einer Woche verliert der Besitzer den Pächter und Betreiber. Wolfgang Tapfer, der die Halle zehn Jahre lang bewirtschaftet hat, kündigte dies vor Monaten an.

Die Zitterpartie um Parchims Tennispark ist noch nicht vorbei: Eine Woche noch, dann verliert Hans Thon, der Besitzer, seinen Pächter und Betreiber. Der Parchimer Wolfgang Tapfer, der die Halle zehn Jahre lang bewirtschaftet hat, kündigte es bereits vor Monaten an. Vor wenigen Tagen bekräftigte er, dass er seinen Entschluss definitiv nicht zurück nehmen wolle.

Und damit stellt sich aktueller denn je die Frage, was nun werden soll - mit der Halle und vor allem mit dem Sport, der Woche für Woche unter ihrer Kuppel auf 3800 Quadratmetern betrieben wird. "Wenn die Halle erst einmal zu ist oder vielleicht als Lagerhalle genutzt wird", ist Dirk Flörke, Sportlehrer am Friedrich-Franz-Gymnasium, sicher, "hat es sich erledigt." Was Einschnitte beim Gymnasium zur Folge hätte. Denn während die Paulo-Freire-Schule - bis zum vergangenen Schuljahr mit einem Teil ihres Sportunterrrichts in der Tennishalle - komplett umdisponiert hat, würde das Gymnasium hier liebend gern auch weiterhin Kurse für Klassen im Oberstufenbereich anbieten. "Unseren Unterricht", so Flörke, "könnten wir auch anders abdecken. Aber mit Kursen in der Halle haben wir die Chance, das Angebot für unsere Schüler zu erweitern." Und genau das war und ist verlockend für die Schule.

Wahrscheinlich ohne jede Alternative wären die Mitglieder der Badminton-Sektion im Falle der Hallenschließung. 30 Sportler immerhin - 18 Erwachsene, 13 Kinder - , die im Breitensportbereich aktiv sind. Tatsächlich sieht Karl-Heinz Brockmann, Badminton-Abteilungsleiter beim SV Einheit Parchim, dem Ende des Monats mit Bangen entgegen. "Wenn wir nicht mehr in die Halle reinkommen, haben wir ein echtes Problem." Um Badminton nach internationalen Regeln spielen zu können, braucht es ein Netz und es braucht die Aufhängungen für das Netz. Die gibt es nur in der Tennishalle. Doch selbst wenn auch andere Hallen in der Kreisstadt die Ausstattung böten, würde das den "Federballern" wenig nützen. "Es gibt vier Hallen, plus die Sportstätten von Gymnasium und Berufsschule. Alle sind im Grunde ausgebucht", sagt Brockmann.

Obwohl das alles nicht wirklich gut klingt, sind Brockmann, Tapfer und auch Flörke optimistisch, dass Parchim der Tennispark erhalten bleibt, es also nach dem 30. September mit einem neuen Betreiber weitergehen wird. Was die Männer hoffnungsvoll in die Zukunft schauen lässt, ist noch weit entfernt da von, spruchreif zu sein. Doch ist ihnen zu Ohren gekommen, dass es da einen Unternehmer aus der Region gebe, der möglicherweise Interesse an der Halle hätte.

Wiederum fragten wir Hans Thon, der Parchim den Sporttempel gab, als er die Halle 1994 mit weiteren Geschäftspartnern errichtete und nach eigenen Aussagen in den zurückliegenden Monaten schon einiges unternommen hat, um Pacht und Betrieb des Tennisparks zu sichern. Am Telefon hielt er sich gestern bedeckt: "Es ist inzwischen der Antrag auf Erweiterung der Hallennutzung gestellt worden", erklärt Thon und spricht davon, dass es darum ginge, "neben Tennis, Badminton und Fußball durchaus auch ganz andere Aktivitäten in die Halle zu holen"; noch aber sei keine Entscheidung gefallen.

Eine solche Nutzungserweiterung sei jedoch genehmigungspflichtig, und Thon könne nicht sagen, wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei. Schließen wolle er die Halle Ende September jedoch nicht. "Weil eine Nutzungserweiterung die Halle künftig rentabler machen könnte, hoffe ich, dass die Entscheidung nicht zu lange auf sich warten lässt", so Thon. Es werde also eine Übergangsphase geben, und für die hofft er, Wolfgang Tapfer, seinen langjährigen Pächter, gewinnen zu können.