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Parchim Pang steht weiter zu Parchim

Von Udo Mitzlaff | 03.09.2009, 11:02 Uhr

Offenbar ist ein Streit zwischen Flughafeninvestor Jonathan Pang und dem Finanzamt Schwerin Grund für einen Pfändungsbeschluss. Der Landkreis Parchim geht unterdessen weiter davon aus, dass die noch ausstehende Rate des Kaufpreises gezahlt wird.

Wars das? Ist die Privatisierung des Flughafens Parchim am Ende? Meldungen, dass das Finanzamt Steuerschulden des Investors Jonathan Pang pfänden lässt, scheinen den Abgesang auf die bisher zweijährige Ära Pang einzuläuten. In der Kreisverwaltung Parchim dominiert allerdings demonstrative Gelassenheit, keine Spur von Krisenstimmung. Wird Jonathan Pang die noch ausstehenden 17 Millionen Euro Kaufpreis für den Flughafen bis Ende des Jahres bezahlen? Landrat Klaus-Jürgen Iredi sagt unaufgeregt: "Ich habe keinen Grund nicht davon auszugehen. Auch die Betriebskosten werden laufend bezahlt."

Jonathan Pang, der das Geheimnis lüften könnte, ist nicht zu erreichen. Der Investor ist in China unterwegs, um Fracht zu akquirieren, denn eigentlich sollten erste Flieger mit Waren noch im September einschweben. Und in der Tat: Auf dem Flugfeld schwebte gestern eine zweimotorige Piper Cheyenne der Lufthansa Flugschule Bremen ein. Damit trainiert der Cockpitnachwuchs das Fliegen nur mit Hilfe von Instrumenten. "Der Betrieb auf dem Flughafen Parchim läuft wie eh und je mit dem notwendigen Personal vor Ort", bestätigt Verkehrsleiter Eugen Arnstadt. Und ergänzt: "Wir geben unser Bestes." Die ständigen Negativmeldungen nerven die Flughafenmitarbeiter mittlerweile.

Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, ist der Hintergrund des Pfändungsbescheids offenbar ein Streit von Pangs Unternehmen Link Global mit dem Finanzamt. Man hört, für Dinge, für die der Landkreis als Flughafenbetreiber nicht zahlen musste, sei jetzt offenbar Pang als Einnahmequelle entdeckt worden. Der will da allerdings nicht mitspielen und so beschäftigen sich Anwälte mit der Forderung. Dass das Finanzamt pfände, sei in solchen Fällen normal.

Und wenn nun doch alle Stricke reißen, die Weltwirtschaft nicht in Schwung kommt und das Flughafenprojekt scheitert? Dann müsse der Landkreis nicht refinanzieren, stellt Landrat Iredi klar. Mit anderen Worten: Dann ist das Jonathan Pangs Problem, der sein Schicksal an den Flughafen Parchim gekettet hat. Im schleswig-holsteinischen Lübeck läuft die Sache anders. Dort muss die Stadt im schlimmsten Fall den Flughafen vom Investor zurückkaufen, die getätigten Investitionen und auch noch die Verluste tragen. Seite 13: Kommentar