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Übersicht Pagelsdorf unantastbar - Maronn: „Gemeinsam die Kurve kriegen“

Von Karsten Lehmann, dpa | 03.11.2008, 08:31 Uhr

Rostock - Trotz der sportlichen Talfahrt von Erstliga- Absteiger FC Hansa Rostock genießt Trainer Frank Pagelsdorf volle Rückendeckung im Verein.

„Wir wollen mit dem Trainer gemeinsam die Kurve kriegen“, betonte Manager Herbert Maronn nach der 0:1- Niederlage bei Rot-Weiß Oberhausen und dem Abrutschen auf den elften Tabellenplatz, der den Zweitligisten Hansa nur noch drei Zähler vom Relegations-Abstiegsrang trennt. Von einem FC Pagelsdorf will der Fußball-Lehrer nichts wissen: „Das wäre ein bisschen zu viel des Guten“, erklärte er. Der oftmals etwas wortkarg agierende Coach hielt am Montag aber fest an seinen Aufstiegszielen fest. Auf die Frage, wo Rostock am Ende der Saison steht, sagte er dem NDR: „Ganz oben. Das bedeutet für mich unter den ersten Drei.“Zwischen diesen Ansprüchen und der Leistung der Mannschaft klaffen jedoch Welten. „Es hat den Anschein, als ob die Mannschaft momentan einfach nicht stark genug ist, um oben mitzuspielen“, betonte Kapitän Martin Retov: „Wir sind nicht so gut, wie wir denken.“Solche kritische Äußerungen genießen in Rostock allerdings Seltenheitswert und überdauern meist nicht lange. Dennoch hatte in der vergangenen Woche schon Aufsichtsratschef Horst Klinkmann nach der 1:2-Heimniederlage gegen Fürth Stellung bezogen. „Artenschutz gibt es im Fußball generell nicht. Den gibt es nur im Naturschutz.“ Einen Tag später ruderte er jedoch schon wieder zurück.

Trotz der sich andeutenden Krise stärkte Manager Herbert Maronn dem Trainer den Rücken: „Gegen Osnabrück wird Frank Pagelsdorf auf der Bank sitzen“, verkündete Maronn, den Pagelsdorf vor gut einem Jahr zurück in den Verein lotste. Nach dem missglückten Wiederaufstieg in der Saison 2005/2006 hatten Maronn und der damalige Vorstandsvorsitzende Manfred Wimmer ihren Hut genommen und machten für Stefan Studer und Dirk Grabow Platz.

Manager Studer und Pagelsdorf kamen nie auf einen gemeinsamen Nenner. Es entbrannte ein Machtkampf, den Pagelsdorf für sich entschied. Trotz des Sprungs in die Bundesliga 2007 musste Studer nach nur einem Jahr weichen. Für ihn kam Maronn zurück, der nach der Pleite in Oberhausen die Mannschaft in die Pflicht nahm: „Jetzt müssen wir einfach punkten. Ich habe so viele Lippenbekenntnisse der Mannschaft gehört. Doch die Leistung ist enttäuschend. Alle sagen, sie wollen hoch. Ich mache der Mannschaft da ganz klar einen Vorwurf. Ich werde mit den Spielern und dem Trainer reden.“