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Gefängnisse in MV Offener Strafvollzug künftig auch für weibliche Häftlinge

Von Frank Pfaff | 03.11.2019, 12:22 Uhr

In der JVA Stralsund sollen entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden.

Für straffällig gewordene Frauen in Mecklenburg-Vorpommern soll die Rückkehr ins Alltagsleben erleichtert werden. Dafür würden in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Stralsund zehn Haftplätze für den offenen Vollzug eingerichtet, kündigte Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) an. In spätestens einem Jahr solle dort der offene Vollzug, bei dem Insassen tagsüber in Freiheit einer regulären Beschäftigung nachgehen und für die Nacht in die Haftanstalt zurückkehren, bezogen werden können.

Vorbereitung für Wiedereingliederung

Bislang seien weibliche Häftlinge ausschließlich im Gefängnis in Bützow (Landkreis Rostock) untergebracht. Sollten diese für den offenen Vollzug geeignet sein, würden verstärkt Vollzugslockerungen gewährt, um sie auf die Wiedereingliederung vorzubereiten. „Das ist jedoch kein Dauerzustand. Daher schaffen wir in Stralsund die Voraussetzungen für einen offenen Vollzug auch für Frauen“, erklärte Hoffmeister.

Bedingungen sollen verbessert werden

Die Frauenvollzugsabteilung in der JVA Bützow habe Platz für etwa 35 Frauen. Mit der kompletten Sanierung des Hafthauses B würden sich die Haftbedingungen für weibliche Insassen verbessern. „Die Verbesserung der Situation des Frauenvollzugs war für mich schon seit einiger Zeit ein wichtiges Anliegen“, betonte die Ministerin.

Viel mehr männliche Häftlinge

Wie aus der jüngsten Erhebung des Statistischen Amtes hervorgeht, saßen im März dieses Jahres in Mecklenburg-Vorpommerns Gefängnissen 916 Menschen ein. Nur 35 davon waren Frauen. Damit mussten 25 Mal mehr männliche Straftäter eine Haftstrafe verbüßen als weibliche. Seit vier Jahre pendeln die Häftlingszahlen um etwa 900. Noch vor zehn Jahren saßen im Nordosten 1200 Menschen in Haft.

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