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Geringe Nachfrage wegen Coronavirus-Pandemie Nahezu keine Abnehmer mehr – Ölpreis fällt unter Null

Von dpa und afp | 20.04.2020, 22:21 Uhr

Wegen der Coronavirus-Pandemie ist die Nachfrage nach dem Rohstoff derzeit gering.

Der Erdölpreis an der New Yorker Börse ist auf einen nie dagewesenen Tiefpreis von einem Cent pro Barrel abgestürzt. Die US-Referenzsorte WTI zur Lieferung im Mai hatte damit am Montag praktisch keinen Wert mehr. Hintergrund ist neben der Coronavirus-Pandemie, dass die Mai-Verträge nur noch bis Dienstag verkauft werden können, die Erdöl-Lager aber nahezu voll sind.

Geringe Nachfrage nach Erdöl

Außerdem lieferten sich die Produzenten Saudi-Arabien und Russland zuletzt einen Preiskampf. Zwar einigten sich die wichtigsten Erdölförderländer vor zehn Tagen auf eine Senkung der Fördermenge, um den Preis wieder nach oben zu bringen. Die Maßnahme blieb aber weitgehend wirkungslos. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 hatte der Ölpreis einen Höhepunkt von 114 Dollar pro Barrel erreicht.

Corona-Krise sorgt für einen globalen Konjunktureinbruch

Der Preisverfall des WTI-Mai-Kontrakts untermauert auch die grundlegende Lage am Erdölmarkt. Diese ist gekennzeichnet durch ein viel zu hohes Angebot bei stark fallender Nachfrage. Die Corona-Krise sorgt für einen globalen Konjunktureinbruch, was eine rückläufige Öl-, Benzin- und Dieselnachfrage bewirkt.

Insbesondere in den USA drohen die Erdöllager, aus allen Nähten zu platzen. Seit Ende Februar sind die Lagerbestände im wichtigen Auslieferungsort Cushing um fast 50 Prozent gestiegen. Infolgedessen fallen in der ölreichen Region Texas die gezahlten Abnahmepreise immer weiter. Mittlerweile geht sogar die Furcht um, dass vereinzelt bald negative Preise bei Rohölabnahme fällig werden, falls die Lagerkapazitäten noch weiter schrumpfen.