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Windkraft-Flaute in MV Nur 29 Windräder in einem Jahr in Betrieb genommen

Von Marc Niedzolka/dpa | 12.01.2020, 20:00 Uhr

In MV wurden einst jedes Jahr mehr als 100 neue Windräder an Land in Betrieb genommen. Doch diese Zeiten sind vorbei.

Lediglich 29 neue Windräder an Land sind nach vorläufigen Zahlen 2019 in Mecklenburg-Vorpommern in Betrieb gegangen. Das geht aus einer Auswertung der Fachagentur Windenergie an Land hervor. Das sei der niedrigste Wert seit 2000. Im Jahr 2018 lag die Zahl den Angaben zufolge noch bei 38. Die neuen Anlagen produzieren rund 96 Megawatt Strom. 17 Windräder mit einer Gesamtleistung von knapp 20 Megawatt seien im vergangenen Jahr landesweit stillgelegt worden.

„Wir sehen das mit großer Sorge. Es wird etwas in Gefahr gebracht, was mühsam aufgebaut wurde.“
Andree Iffländer, Vorsitzender des Windenergie-Netzwerks MV

130 neue Windräder gingen noch 2014 an Land in Betrieb mit einer Gesamtleistung von knapp 350 Megawatt. Andree Iffländer, Vorsitzender des Windenergie-Netzwerks MV, sieht für die Onshore-Windkraft große Probleme. „Bei Onshore ist die Entwicklung dramatisch. Das ist fatal.“ Bei Offshore-Windrädern sieht er die Lage zumindest etwas besser. „Beim Offshore ist es nicht so dramatisch wie bei Onshore, aber auch nicht wirklich befriedigend.“ Im Juni 2019 wurde ein zweiter Offshore-Windpark vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst genehmigt. Dort sollen 103 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 865 Megawatt errichtet werden.

Zubau neuer Windkraftanlagen eingebrochen

Auf Bundesebene sehen die Zahlen mit Windrädern an Land ebenfalls düster aus. Der Zubau neuer Windräder an Land ist im vergangenen Jahr in Deutschland auf den tiefsten Stand seit mehr als 20 Jahren eingebrochen. Nach vorläufigen Zahlen wurden nur 276 neue Anlagen in Betrieb genommen mit einer Gesamtleistung von 940 Megawatt.

Historisch betrachtet lag der Jahreszubau laut Fachagentur zuletzt im Jahr 1998 unterhalb von 1000 Megawatt bundesweit.

Der Einbruch hatte sich im Jahresverlauf bereits angedeutet. Hauptgründe sind lange Genehmigungsverfahren, zu wenig ausgewiesene Flächen und viele Klagen. Lokal haben sich viele Bürgerinitiativen gegen den Bau von Windrädern gebildet.