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Leichte Entspannung bei Schulausfall Nun doch: Brodkorb will Lehrer verbeamten

Von Andreas Frost | 09.11.2012, 09:43 Uhr

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) möchte Junglehrer ab dem Schuljahr 2014 verbeamten. Ob er dieses politische Ziel erreicht, hängt jedoch nicht allein von ihm ab.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) möchte Junglehrer ab dem Schuljahr 2014 verbeamten. Ob er dieses politische Ziel erreicht, hänge jedoch nicht allein von ihm selbst an, sagte Brodkorb gestern auf der Delegiertenversammlung des Landeselternrats in Linstow. Ohne Verbeamtung werde es allerdings langfristig nicht möglich, genügend Lehrer für die Schulen im Land zu finden, so der Minister. Sofort die Lehrer zu verbeamten, wie es Elternvertreter forderten, sei nicht möglich. Der Landtag müsse erst Gesetze ändern und Geld bereitstellen. Außerdem müsse ein gerechter Ausgleich für jene Lehrer gefunden werden, die zu alt sind, um noch verbeamtet zu werden. "Wir wollen den Frieden in den Lehrerkollegien wahren", sagte Brodkorb.

Der Minister widersprach der Darstellung des Landeselternrats im Vorfeld der Tagung, dass an den Schulen immer mehr Stunden ausfallen. Im vergangenen Jahr seien 2,1 Prozent der regulären Stunden ausgefallen. Insgesamt seien die Zahlen leicht besser als in den Jahren zuvor. Allerdings gebe es an einigen Schulen, etwa an manchen Berufsschulen, durchaus Probleme bei der Unterrichtsversorgung. Brodkorb wies darauf hin, dass seit diesem Schuljahr 20 Vertretungslehrer zusätzlich eingestellt wurden, die an Grundschulen eingesetzt werden, an denen einzelne Lehrer langfristig ausfallen. Diese Päda gogen seien auch dank der beharrlichen Nachfragen des Landeselternrats in den Schuldienst übernommen worden.

Brodkorb machte den Elternvertretern zudem deutlich, dass mit ihm eine weit reichende Inklusion an den Schulen, also der gemeinsame Unterricht unter anderem von behinderten und nichtbehinderten Kindern in den selben Klassen, nicht zu machen ist. Bis 2020 solle lediglich die "erste Etappe" beschrieben sein, bis zu einer weit reichenden Inklusion würde es "30 bis 40 Jahre" dauern. Nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, sondern in ganz Deutschland fehlten Sonderpädagogen und er wolle nicht verantworten, dass behinderte Kinder auf Dauer von Lehrern unterrichtet werden, die dafür nicht ausgebildet sind.

Die Elternvertreter nahmen Brodkorbs Auftritt bei der Landesdelegiertenkonferenz mit freundlicher Skepsis auf. Im ersten Jahr seiner Amtszeit sei die Bildungspolitik transparenter geworden, sagte Ute Metzner aus Greifswald. "Aber beim Thema Inklusion hätte ich gehofft, dass Wege gefunden werden, wie sie möglich wird, statt sie auszubremsen." Außerdem habe sich Brodkorb bislang zu viel um die Lehrer gekümmert. "Es wäre schön, wenn der Minister sich mehr um die Eltern und Kinder kümmern würde."