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Mecklenburg-Vorpommern Noch freie Plätze für Freiwilligendienste in MV

Von Hannes Stepputat | 25.08.2019, 20:00 Uhr

In vielen sozialen Einrichtungen sind sie kaum wegzudenken: Freiwillige, die ein Jahr lang für wenig Geld Dienst schieben. Nächste Woche beginnt ein neuer Jahrgang, doch die Träger klagen über unbesetzte Stellen.

Am 1. September beginnen wieder zahlreiche Freiwillige ihre Dienste bei karitativen Einrichtungen im Nordosten.

Die Diakonie begrüßt nach eigenen Angaben knapp 250 Freiwillige, die einen Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren, teilte der Landesverband mit. Mit einem zentralen Gottesdienst in der Rostocker Nikolaikirche soll der alte Jahrgang verabschiedet und der neue begrüßt werden.

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Hintergrund: Bufdi oder FSJ?


Hintergrund: Bufdi oder FSJ?


Bei den Freiwilligendiensten gibt es viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede:Bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr oder dem ökologischen Freiwilligendienst dürfen alle Interessierten vom Ende der Vollzeitschulpflicht bis zum 27. Geburtstag teilnehmen. Er kann in Einzelfällen auch im Ausland absolviert werden. Die Träger sind vom Bundesland anerkannte Einrichtungen. Ein solches von den Ländern und vom Bund gefördertes Jahr kann nur einmal absolviert werden. Die Möglichkeit gibt es seit Jahrzehnten.Beim Bundesfreiwilligendienst gibt es nach dem Ende der Schulpflicht keine Altersbegrenzung. Ein Einsatz im Ausland ist nicht möglich. Träger ist ausschließlich der Bund. Er wurde 2011 als Reaktion auf die Aussetzung der Wehrpflicht und des Zivildienstes geschaffen. Sogenannte Bufdis, die älter als 27 Jahre sind, können auch in Teilzeit arbeiten.Die Aufgabenfelder bei beiden Dienste sind weitgehend identisch. Während der Dienstzeit müssen von den Trägern auf das Aufgabengebiet abgestimmte Fortbildungsseminare angeboten werden. Ein Freiwilligendienst dauert in der Regel ein Jahr, kann aber auch verkürzt oder verlängert werden.

Keine Altersgrenze für Bundesfreiwilligendienst

Einige Träger klagen über zu wenig Bewerber, um alle Stellen besetzen zu können. „Wir haben grade in den Pflegeeinrichtungen noch freie Plätze zu besetzen“, sagt Franziska Dombeck, die beim DRK Bufdis koordiniert. In den Ballungsgebieten gebe es mehr Bewerbungen als Plätze, im ländlichen Raum aber gehe die Zahl der Interessenten sogar zurück. Eklatant sei der Mangel bei Bewerbern für den Bundesfreiwillendienst für Über-27-Jährige. „Dies liegt hauptsächlich daran, dass viele nicht wissen, dass der Bundesfreiwilligendienst altersoffen ist“, sagt Dombeck. Insgesamt wird das DRK vom September an 146 Freiwillige in MV einsetzen, die in Pflegeeinrichtungen, Kliniken, Fahrdiensten, Kitas oder Blutspendediensten arbeiten werden.

Auch bei Einrichtungen des Paritätischen gibt es noch Plätze. „Es ist leider noch nicht alles besetzt“, sagt Stephanie Böskens, Sprecherin des Verbandes. Insgesamt seien 90 Plätze zu vergeben, die ungefähr jeweils zur Hälfte für Bufdis und FSJler zur Verfügung stünden. Auch sie berichtet von extrem wenigen Bewerbern über 27 Jahre.

Vergünstigungen für Freiwillige gefordert

Um den Freiwilligendienst attraktiver zu machen, hatten die Trägerverbände im letzten Jahr ein günstiges Nahverkehrsticket gefordert. Denn von ihrem geringen Salär - beim FSJ durchschnittlich 150 Euro, beim Bufdi maximal 402 Euro - müssen die Dienstleistenden auch ihre Tickets bezahlen, um zur Arbeit zu kommen. Mit ihrem Freiwilligenausweis können sie zwar Ermäßigungen erhalten, einen Anspruch darauf haben sie aber nicht. Eine Petition an den Landtag, die von mehr als 1000 Menschen unterstützt wurde, hatte jedoch keinen Erfolg. Den damaligen Angaben zufolge sind landesweit rund 1500 Freiwillige im Einsatz.

Angesichts von Gratis-Bahnfahrten für Soldaten ab 2020 sollten auch Freiwillige kostenlos reisen dürfen, hatte der Vorsitzende des Paritätischen Gesamtverbandes am Donnerstag gefordert. „Die haben Anerkennung verdient und können bei ihrem kleinen Taschengeld diese Freifahrten auch materiell wirklich brauchen.“