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Schwerin Neue Schilder braucht das Land

Von Thomas Volgmann | 27.10.2011, 06:59 Uhr

Nicht leicht ist es für den neuen Landkreis Mecklenburger Seenplatte, Buchstaben für das neue Autokennzeichen zu finden.

"Ein spannendes Thema", sagte gestern Kreissprecherin Silke Egger. MSP als Anfangskürzel wäre naheliegend - ist aber seit 1979 an den Main-Spessart-Kreis vergeben. SEE wäre für einige wünschenswert. Doch da war das brandenburgische Seelow um Jahre schneller. Auch MES war an Meschede im Hochsauerlandkreis vergeben. "Eine Entscheidung gibt es noch nicht", so die Kreissprecherin. Neue Schilder waren durch die Kreisgebietsreform notwendig geworden, durch die am 4. September dieses Jahres fünf neue Kreise entstanden. Aber ohne Entscheidung werden die Autos auf der Mecklenburger Seenplatte noch länger mit den alten Kürzeln MÜR, MST und DM zugelassen. Die Kreisstadt Neubrandenburg (NB) kann als ehemalige kreisfreie Stadt sein altes Kennzeichen ohnehin behalten. "Wir bleiben ein eigener Zulassungsbezirk", erklärte Stadtsprecherin Doreen Duchow. Gleiches gilt für die anderen ehemaligen kreisfreien Städte Greifswald (HGW), Stralsund (HST) und Wismar (HWI). "Die Bürgerschaft hat dem bereits zugestimmt", betonte eine Sprecherin in Greifswald.

Anträge gehen ans Bundesverkehrsministerium

Auch die Insel Rügen (RÜG), behält ihr altes Kennzeichen, wenn der neue Kreistag in Stralsund einer Zulassungsstelle in der Inselhaupstadt Bergen zustimmt. Dadurch bleibt die Insel ein eigener Zulassungsbezirk. Diese Ausnahmeregelung hat Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) beim Bundesverkehrsministerium durchgesetzt.

Im neuen Kreis Vorpommern-Greifswald sind die Würfel endgültig gefallen. "Der Landkreis hat das Kürzel VG beantragt", sagte ein Sprecher des Schweriner Verkehrsministeriums. Das Landesverkehrsministerium wird die Anträge zur Genehmigung an das Bundesverkehrsministerium weiterleiten, hieß es. Wenn es dort keine Einwände gibt, wird das neue Kennzeichen-Kürzel in die Fahrzeug-Zulassungsverordnung aufgenommen. VG war zuvor im Landkreis heiß diskutiert worden. Auf der Insel Usedom hatte die SPD kritisiert, dass das Kürzel in Nazi-Deutschland als Abkürzung für "Volksgenosse" verwendet wurde. Das letzte Wort hatte allerdings die Landrätin Barbara Syrbe, die diese Sorgen offensichtlich nicht teilte und sich für VG entschied.

Auch der Landkreis Rostock hat sich entschieden und das Kürzel LRO beim Verkehrsministerium eingereicht.

Bei Zulassung oder Umschreibung im Landkreis Ludwigslust-Parchim werden weiterhin LWL oder PCH vergeben. "Es gibt keine konkrete Festlegung. Die Bestimmung eines neuen Kennzeichens für den neuen Landkreis erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt", so der Büroleiter des Landrates, Andreas Scharfschwerdt. Möglich wären beispielsweise die Kürzel LPA, LUP oder PAC. Die Buchstabenkombinationen orientieren sich in der Regel am Sitz der Kreisbehörde oder dem Namen des Landkreises. Keine neuen Kennzeichen bekommen Rostock (HRO) und Schwerin (SN). Auch NWM für den neuen Großkreis Nordwestmecklenburg wird weiter Bestand haben.

Keine Pflicht zur Umkennzeichnung

Offen ist dagegen auch das Kennzeichen des neuen Großkreises Vorpommern-Rügen. VR oder VPR wären noch frei. Doch eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Wer als Autobesitzer ein altes Kennzeichen hat, behält dieses auch. "Zwangsumkennzeichnungen" gibt es nicht, da die früher zugelassenen Fahrzeugkennzeichen unter den Bestandsschutz fallen. Dies war auch bei der Kreisgebietsreform 1994 beispielsweise mit den Kennzeichen HGN, LBZ und WRN der Fall.

Die Verkehrsminister der Länder haben den Bund aufgefordert, zu prüfen, ob künftig auch kleinere Städte eigene Kennzeichen haben dürfen. Die Verkehrsministerkonferenz fasste im April einen ensprechenden Beschluss. Entschieden ist noch nichts.