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Langwieriges Projekt geht in die Schlussphase Neue Kreuzung an der B 104

Von Werner Mett | 13.10.2011, 08:17 Uhr

Endspurt bei einem Straßenbauprojekt, das in den zurückliegenden zehn Jahren peu a peu umgesetzt wurde: die neue Kreisstraße von der B 104 nach Retgendorf.

Endspurt bei einem Straßenbauprojekt, das in den zurückliegenden zehn Jahren peu a peu umgesetzt wurde: die neue Kreisstraße von der B 104 nach Retgendorf. Bis Ende November soll die bisherige Anbindung der Kreisstraße 3 (nach Zittow) an die Bundesstraße zur Ampelkreuzung ausgebaut werden. Denn an dieser Stelle beginnt in Zukunft die Kreisstraße 1 (nach Retgendorf). Aufs Tempo drücken müssen die vor 14 Tagen angerückten Bauleute aber noch aus einem weiteren Grund: Die neue Straße soll noch vor dem Winter für den Verkehr frei gegeben werden.

Damit wird die Fahrstrecke von Schwerin nach Retgendorf zwar etwas länger, aber deutlich sicherer. Denn der historische Weg führt direkt am Ufer des Außensees entlang. Diese so genannte Uferstraße ist nicht nur schmal und kurvig, gerade bei Nässe gab und gibt es hier immer wieder schwere Verkehrsunfälle. Das war auch ein Hauptgrund für die Entscheidung im einstigen Landkreis Parchim, eine neue Kreisstraße zu bauen. Rund drei Millionen Euro kostet das Gesamtprojekt, wobei mehr als die Hälfte der Kosten als Fördermittel über das Straßenbauamt Schwerin in die Kreiskasse fließen.

Mit diesem Geld wurde seit 2003 die etwa fünf Kilometer lange Strecke zwischen Retgendorf und der B 104 abschnittsweise neu bzw. aus gebaut. Ganz am Ende steht nur die Anbindung an die Bundesstraße auf dem Programm.

Der jetzige Ausbau der Ampelkreuzung schlägt mit rund 450 000 Euro zu Buche. Die aus Zittow kommende Straße muss "aufgeweitet" werden, wie Hans-Georg Zwang, amtierender Fachdienstleiter Bau beim Landkreis Ludwigslust-Parchim, erläutert. Hier entstehen Abbiegespuren, ebenso direkt auf der B 104. Die neue K 1 wird von vornherein so ausgebaut.

Doch auf der B 104 tut sich derzeit noch mehr. Das Straßenbauamt lässt im gleichen Zuge auf dem Abschnitt bis zum Ortseingang von Cambs die Fahrbahndecke erneuern. "Das sind rund 600 Meter", berichtet Dezernent Dietmar Greßmann. Kosten dafür: rund 130 000 Euro. Greßmann bittet alle Autofahrer um Verständnis, dass sie während der Arbeiten auch mal über einen Absatz fahren müssen. Damit die Bauleute ihren Job erledigen können, steht auf der B 104 derzeit eine Baustellenampel. Der Verkehr wird auf einer Spur über die Baustelle geleitet. Die Straße nach Zittow ist voll gesperrt.

Dass die neue Ampelkreuzung in Sichtweite des Autobahnanschlusses Schwerin-Nord liegt, ist für die Verkehrsplaner kein Problem. "Wir sprechen hier von einer Knotenbündelung", betont Greßmann. In diesem Bereich gilt auf der B 104 auch künftig Tempo 70.

Wenn dieser Kreuzungsbereich fertig ist, ist der Straßenneubau abgeschlossen, das Gesamtprojekt aber noch nicht. Denn dazu gehört noch die Umgestaltung der Uferstraße zum Radweg. Das soll im kommenden Jahr erfolgen. Gebaut werden kann dort aber erst, wenn der neue Kreistag die erforderlichen Mittel in den Haushalt eingestellt hat, betont Zwang. So lange dort nicht gebaut wird, steht die Uferstraße aber auch Autofahrern zur Verfügung - ebenso wie die neue K 1 nach Retgendorf.