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Eine Passanten- und Haushaltsbefragung Neu Darchauer sollen befragt werden

Von Maria Nielsen | 04.05.2011, 11:21 Uhr

Im Amt Neuhaus braucht man niemanden fragen, ob er die Brücke will. Eine übergroße Mehrheit wartet seit Jahren, dass eine feste Elbquerung kommt. Besonders jetzt nach der Erhöhung der Fährpreise.

Im Amt Neuhaus braucht man niemanden fragen, ob er die Brücke will. Eine übergroße Mehrheit wartet seit Jahren, dass eine feste Elbquerung endlich kommt. Besonders jetzt nach der Erhöhung der Fährpreise ist das Thema wieder akut. Die meisten allerdings haben inzwischen die Hoffnung, dass sie irgendwann tatsächlich über eine Brücke in ihren Landkreis fahren können, aufgegeben.

Nicht so der Landkreis, der plant unverdrossen weiter. Am Montag wurden durch den Ersten Kreisrat Jürgen Krumböhmer im Göpelhaus in Neu Darchau die weiteren Planungsschritte während einer Pressekonferenz vorgestellt. Was noch fehlt ist eine Untersuchung der regionalwirtschaftlichen und städtebaulichen Auswirkungen, die ein Brückenbau hat. Achim Georg vom Hamburger Institut Georg&Ottenströer stellt vor, was alles untersucht wird. Da werden Fragen gestellt, wie sich zum Beispiel eine Brücke auf den Immobilienstandort in der Region auswirkt, welche Auswirkungen sie auf den regionalen Arbeitsmarkt, auf das Gewerbe und den Einzelhandel hat. Auch die Auswirkungen auf den Tourismus werden untersucht. Das Büro Georg&Ottenströer ist renommiert und hat sich schon mit den regionalwirtschaftlichen Folgen durch die Elbquerung bei Glückstadt und einen Teilaspekt in Folge der festen Fehmarnbelt-Querung befasst. Nun als die Elbquerung zwischen Darchau und Neu Darchau. Das Büro ist dabei, eine Bestandsaufnahme zu erstellen.

In den Untersuchungsprozess mit eingebunden werden die Gemeindevertreter und die Händler und Gewerbetreibenden. Außerdem gehört eine Passanten- und Haushaltsbefragung dazu. Das heißt, ein statistisch relevanter Querschnitt der rund 700 Haushalte wird befragt werden. "Wir wollten ausdrücklich keine große Bürgerversammlung, weil nach unserem Eindruck sich hier immer nur die Brückengegner besonders lautstark äußern", so Jürgen Krumböhmer.

Bis Ende August soll das Gutachten fertig sein, dann kann in das Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren eingestiegen werden. "Und dann kommen die Klagen", ist sich der Erste Kreisrat hundertprozentig sicher. Die Baureife könnte dann im Jahr 2015 vorliegen, mutmaßt Krumböhmer vorsichtig. Noch nicht geklärt ist die Frage, in wieweit sich das Land an den Kosten für die Unterhaltung des Bauwerks beteiligt (SVZ berichtete). Bisher gibt es nichts Neues aus Hannover. Der Förderkreis Elbbrücke hat in diesem Zusammenhang einen Brief an den Ministerpräsidenten Mc Allister und an Bundespräsident Christian Wulff geschrieben.