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CO2-Emission Nasse Landwirtschaft im Moor

Von Redaktion svz.de | 13.12.2017, 05:00 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern stammt ein Drittel aller CO2-Emissionen aus trockengelegten Gebieten. Dagegen hilft nur Wasser

Sein Moorreichtum bringt Mecklenburg-Vorpommern in eine Zwickmühle: Von den rund 300 000 Hektar, die in den vergangenen Jahrhunderten größtenteils trockengelegt worden sind, geht ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen des Landes aus.

„Momentan emittieren die Moore mehr CO2, als alle Windräder im Land einsparen“, verdeutlichte gestern der Moorexperte Hans Joosten von der Universität Greifswald in Schwerin. „Da hilft nur eins: Deckel drauf.“

Der „Deckel“ ist Wasser. Die Moore müssten wieder nass werden, um den Kohlenmonoxyd-Ausstoß zu stoppen. Aber letztlich könnten nicht alle Moore aus der Produktion genommen und auf das Land verzichtet werden. Daher müsse es auf den nassen Standorten auch eine landwirtschaftliche Nutzung geben, durch sogenannte Paludikulturen.

Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) stellte die Fachstrategie Paludikultur in Schwerin vor. Angebaut werden könnten etwa nässetolerante Futtergräser für Wasserbüffel, Schilf für Reetdächer, Rohrkolben für Baustoffe oder Roterlen, deren Holz für den Außen- oder Nassbereich verwendbar sei. Vieles sei auch energetisch nutzbar. So beziehe das Heizwerk Malchin (Mecklenburgische Seenplatte) von 400 Hektar Moorflächen Biomasse, mit der pro Jahr 300 000 Liter Heizöl eingespart werden können. Zugleich würden 500 000 Tonnen Kohlendioxid im Moor gebunden.

Das Schilf für Reetdächer im Land kommt derzeit zu 80 Prozent aus dem Ausland, wie Christian Schröder vom Greifswald Moor Centrum sagte, das sich mit dem Anbau von Paludikulturen befasst. Bislang wachsen diese Kulturen aber auf weniger als 1000 Hektar.