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Mecklenburg-Vorpommern Nahverkehr hält Preise stabil

Von Christian Koepke | 08.03.2012, 08:05 Uhr

177-mal ist jeder Schweriner im vergangenen Jahr mit dem Nahverkehr gefahren - statistisch gesehen.

Die Zahl klingt hoch, sie war aber auch schon mal höher. Genau 16 821 818 Fahrgäste zählte der Schweriner Nahverkehr im Jahr 2011 - 2,9 Prozent weniger als 2010. Geschäftsführer Norbert Klatt erklärt den Rückgang insbeson dere mit einer geringeren Schülerzahl, aber auch mit verbesserten Bedingungen für den Fahrradverkehr.

Knapp sechs Prozent weniger Schülerfahrkarten habe der Nahverkehr im vergangenen Jahr verkauft, berichtet Klatt. "Legt man die Zahl der ausgegebenen Schülerfahrscheine von 2008 zugr unde, beläuft sich der Rückgang auf fast 20 Prozent. Das spiegelt sich natürlich in der Statistik wider." Mit dem Jahres ergebnis von 2011 zeigt sich der Nahverkehrs-Chef dennoch zu frieden: "Verglichen mit anderen Städten gleiche r Größe können wir uns immer noch sehe n lassen." Erfreulich sei unter an derem die 16-prozentige Steigerung beim Verkauf des Schwerin-Tickets, so Klatt.

Im direkten Vergleich der Ver kehrsmittel im Netz des Nahverkehrs liegt die Straßenbahn weiterhin mit 71 Prozent vor den Bussen mit 29 Prozent. Be liebteste Strecke war auch im Jahr 2011 die Straßenbahn-Linie 2 (Lankow Siedlung - Hegelstraße) mit 7 492 539 Fahr gästen. Bei den Bussen fuhren die Linien 10 und 11 (Buchenweg - Blei cher ufer) mit zu sammen 1 300 570 Fahrgästen wieder vorne weg.

Rückläufig ist nach Angaben des Nahver kehrs-Geschäftsführers nach wie vor die Zahl der erwischten Schwarz fahrer. Hätten die Kontrolleure 2010 noch 7846 Fahrgäste ohne gültiges Ticket in den Bussen und Bahnen angetroffen, seien es im vergan genen Jahr "nur" 7579 gewesen. "Die Schwarz fahrerquote lag bei 0,78 Prozen t", so Klatt. Rund 40 Prozent der Fahrgäste ohne Karte, darunter deutlic h mehr Männer als Frauen, kä me n aus der Altersgruppe der 15- bis 25-Jäh ri gen. Auf insgesamt rund 200 000 Euro beziffert der Geschäftsführer den Schaden, der dem Nahverkehr im vergangenen Jahr durch Schwarzfahrer entstanden sei.

Trotz der zurückgegangenen Einnahmen aus dem Fahrschein-Verkauf will der Nahverkehr in diesem und vor aussichtlich auch im nächsten Jahr auf eine Tarif-Erhöhung verzichten. "Seit 2007 sind die Preise für die Fahrscheine stabil, und das soll vorerst auch so bleiben ", sagt Klatt. Rund fünf Mil lionen Euro bekommt der Nahverkehr in diese m Jahr als Zuschuss von der Stadt, dabei reicht die Kommune allerdings auch Mittel weiter, die sie nach dem Fina nz ausgleichsgesetz vom Land für den öffentlichen Personennahverkehr erhält. Längst habe sich der Nahverkehr da rüber hinaus auch andere Einnahmequellen erschlossen, betont der Geschäftsführer, wie etwa durch die Re paratur von Fahrzeugen der Ola oder der SAS und die Parkraum-Bewirt schaftung. "Außerdem haben wir die Effizienz im Unternehmen erhöht", so Klatt. Einen Hoffnungsschimmer gäbe es inzwischen auch wieder bei der Fahrgast zahl, die in den ersten beiden Monaten dieses Jahres im Vergleich zu 2011 eine auf steigende Tendenz zeige.